Abstract :
[de] Dieser Bericht präsentiert Ergebnisse zu suizidalem Verhalten bei Jugendlichen im Alter von 13 bis 18 Jahren, die zwischen 2006 und 2022 eine weiterführende Schule in Luxemburg besucht haben. Er untersucht Trends und Ungleichheiten in Bezug auf Traurigkeit, Suizidgedanken, Suizidpläne und Suizidversuche auf Grundlage national repräsentativer Daten aus den Umfragewellen der Studie „Health Behaviour in School-aged Children “ (HBSC).
Geschlechtsspezifische Unterschiede sind bei allen Indikatoren erkennbar: Im Vergleich zu Jungen berichteten Mädchen häufiger über Traurigkeit, Suizidgedanken, Suizidpläne und Suizidversuche. Die Altersmuster unterschieden sich je nach Indikator, wobei Suizidgedanken und -pläne häufiger in der mittleren Adoleszenz auftraten und Suizidversuche häufiger von jüngeren Schülern angegeben wurden. Auch andere soziodemografische Merkmale wie familiärer Wohlstand, Nationalität und Art der Schule standen im Zusammenhang mit Unterschieden in der Suizidalität. Die Ungleichheiten aufgrund des familiären Wohlstands waren am ausgeprägtesten, diejenigen aufgrund der Nationalität und der Schulart moderat.
Dieser Bericht untersucht darüber hinaus, wie sich das Gesundheitsverhalten zu unterschiedlichen Lebensstilmustern zusammenfassen lässt, die Ernährung, körperliche Aktivität, Substanzkonsum und die Nutzung sozialer Medien kombinieren. Die Analysen zeigen, dass Jugendliche, die mehrere Risikoverhaltensweisen aufweisen (z. B. Rauchen, Alkoholkonsum, E-Zigarettenkonsum, geringe körperliche Aktivität, ungesunde Ernährung und problematische Nutzung sozialer Medien), häufiger Suizidgedanken oder Suizidversuche angeben, während diejenigen, die keine Substanzen konsumieren, ein geringeres Risiko aufweisen.
Schließlich unterstreicht der Bericht die erhöhte Vulnerabilität von Jugendlichen aus geschlechtlichen Minderheiten, die im Vergleich zu ihren cisgeschlechtlichen Altersgenossen ein deutlich höheres Maß an Suizidgedanken und -versuchen angaben. Die Ergebnisse unterstreichen die Notwendigkeit von inklusiven und identitätsbestärkenden Umgebungen sowie integrierten Präventionsmaßnahmen, die sowohl soziale Ungleichheiten als auch das alltägliche Gesundheitsverhalten berücksichtigen.