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Abstract :
[de] Freiheit und Souveränität sind zentrale Werte westlicher Gesellschaften. In der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg konnte vor allem der Freiheitsbegriff eine enorme Bedeutungssteigerung verzeichnen. Die Organisation für Bildung, Wissenschaft und Kultur, eine Tochterorganisation der Vereinten Nationen (United Nations Educational, Scientific and Cultural Organisation, UNESCO) macht dabei keine Ausnahme. Gleichheit, Gerechtigkeit und grundlegende Freiheitsrechte für alle standen als zentrale Werte im Mittelpunkt. Die Hauptbetätigungsfelder der UNESCO waren Bildung, Wissenschaft, Kultur und Massenkommunikation, die wiederum als eng miteinander verbundene Bereiche verstanden wurden.
Der Vortrag behandelt die Frage, wie die UNESCO nach dem Zweiten Weltkrieg einen ganz spezifischen Denkstil entwickelte. Die Organisation ging von der universellen Gültigkeit westlicher Werte aus und konnte sich durch ein weit gespanntes Netzwerk von Experten und Aktivitäten als moralische Autorität und global in Erscheinung tretende bildungspolitische Kraft positionieren.
Der moralische Anspruch der UNESCO hat deren bildungspolitische Zielsetzung und Aktivitäten stark beeinflusst. Um diesen Zusammenhang eingehender vor Augen zu führen, habe ich meinem Vortrag in vier Schritte gegliedert: (1) Zunächst geht es um die Gründungsgeschichte der UNESCO und wie sich daraus ein ganz bestimmter Wertekanon entwickelte. (2) In einem zweiten Schritt möchte ich Ihnen die global ausgerichtete Medienpolitik der UNESCO vorstellen. (3) Schließlich geht es in einem dritten Schritt um die Schnittstelle von Technologie und Bildung, an der die UNESCO ihre eigenen bildungspolitischen Prioritäten erfolgreich durchsetzen konnte. (4) Und am Ende meines Vortrags werde ich einen kurzen Blick auf die Gegenwart werfen.