[de] Der Beitrag befasst sich mit luxemburgischen Bewohnern deutscher Grenzdörfer, d. h. mit einer Gruppe von Migranten, bei der das bei Migrationsvorgängen gemeinhin anzutreffende Ungleichheitsverhältnis nicht vorherrscht, ja teilweise ins Gegenteil verkehrt ist: Die Migranten sind hier nicht arm und benachteiligt, sondern sozio-ökonomisch häufig überlegen und in bestimmten Bereichen, etwa dem des Arbeitsmarktes, privilegiert. Die Analyse der Umzugsgeschichten zeigt jedoch, dass die Migranten mit Problemen konfrontiert sind, die aus der Divergenz der Entwicklungen diesseits und jenseits der Grenze herrühren. Die Beschäftigung mit diesen ‚privilegierten Migranten‘ ist nicht nur im Zusammenhang mit
Mobilitätsphänomenen und Ungleichheitsverhältnissen in (west)europäischen Grenzräumen von Belang, sondern auch aufschlussreich im Hinblick auf das generelle Problem der moralischen Legitimität der Migration, das sich in ihrem Fall besonders deutlich stellt: Was rechtfertigt das Verlassen des Herkunftslandes, und womit kann der Anspruch auf das Leben am neuen Ort begründet werden?
Disciplines :
Anthropology
Author, co-author :
BOESEN, Elisabeth ; University of Luxembourg > Faculty of Humanities, Education and Social Sciences (FHSE) > Department of Humanities (DHUM) > History
External co-authors :
no
Language :
German
Title :
Divergenz in europäischen Grenzregionen und die moralische Legitimität der Wohnmigration
Publication date :
2025
Journal title :
Borders in Perspective
Publisher :
UniGR - Center for Border Studies, Luxembourg
Special issue title :
GRENZÜBERSCHREITENDE UNGLEICHHEITEN IN DER GROßREGION | INÉGALITÉS TRANSFRONTALIÈRES DANS LA GRANDE RÉGION