Reference : „Das Begehren ist das Begehren des Anderen.“ (Jacques Lacan). Lacan et "Le grand Autr...
Scientific Presentations in Universities or Research Centers : Scientific presentation in universities or research centers
Social & behavioral sciences, psychology : Treatment & clinical psychology
http://hdl.handle.net/10993/47727
„Das Begehren ist das Begehren des Anderen.“ (Jacques Lacan). Lacan et "Le grand Autre" - Lacan und der große Andere: Gott, Vater, Mutter, Wissenschaft, Arbeit und Liebe. Strukturale Psychoanalyse und Religion im Dialog.
German
Weber, Jean-Marie mailto [University of Luxembourg > Faculty of Humanities, Education and Social Sciences (FHSE) > Department of Social Sciences (DSOC) >]
2021
International
Universität Ehrfurt
25.2.;1.3.; 4.3.2021
Lehrverantstaltung Studium Fundamentale : im Modul MTG
Ehrfurt
BRD
[en] Lacan ; Das Andere ; Das Begehren
[en] Methodik:
Die Lehrveranstaktung findet in Form einer interaktiven Vorlesung mit Semianrinhalten statt. Studierende erhalten Anregungen zur Selbstreflexion/-erfahrung und kritischen Auseinandersetzung mit Primär- und Sekundärliteratur zu Jacues Lacan und der strukturalen Psychoanalyse. Das Seminar setzt eine Offenheit zur Selbsterfahrung voraus und findet im geschützten Rahmen statt. Die vorbereitende Lektüre von Texten werden vorausgesetzt.
Inhalt:
Der große Andere ist ein Begriff der Lacan'schen Psychoanalyse. Der große Andere („A“) ist im Unterschied zum „kleinen anderen“ (Objekt klein a) ein Konzept der Alterität und Andersheit. Der große Andere ist das Andere des Subjekts, das Nicht-Ich, das dieses Subjekt jedoch immer schon strukturiert und ausrichtet. So muss „der Andere als der Ort [verstanden werden], an dem das Ich, das spricht, sich konstituiert“ (Lacan: Seminar III, S. 322).
Der große Andere ist die symbolische Ordnung der Sprache, die das Subjekt benutzt, um selbst sprechen zu können und von der es sich seine Stimme leiht: „Was jedes Subjekt zuerst in seinem Leben antrifft, sind Signifikanten“ (Widmer, Subversion des Begehrens S. 43). Das Modell, das hinter dieser Konzeption von Sprache steht, ist die strukturalistische Zeichen-Theorie Ferdinand de Saussures mit ihren Begriffen Signifikant und Signifikat.
Die erste Verkörperung des großen Anderen ist die Hauptbezugsperson des Kindes ( die Mutter"); sie ist ein „großer anderer Wille“, der spricht und der das Kind in die Ordnung der Sprache und des Sozialen einführt. Noch mehr gilt dies für den Vater, der im Ödipuskomplex die verbietende Rolle des Gesetzes einnimmt (Inzesttabu, Kastrationsdrohung), das Kind aus dem ödipalen Begehren herausdrängt und zur außerfamiliären, sozialen Welt hin orientiert. In der Gesellschaft gilt das Gesetz des Symbolischen, d. h. das Gesetz der Sprache, der sozialen Normen und des ökonomischen Tauschs. Der große Andere ist in diesem Sinne gleichzusetzen mit der Ordnung der Sprache, des Diskurses, der staatlichen Herrschaft und der Ökonomie sowie dem „Gesetz des Vaters“ („Name-des-Vaters“). Sie bilden gleichermaßen eine symbolische Herrschaftsordnung, die das Subjekt unterwirft (sub-jectum = Unterworfenes) und strukturiert.
Eine weitere Bedeutung des Begriffs des „großen Anderen“ bei Lacan ist, dass dieser Andere nicht nur das Symbolische selbst ist, sondern zugleich ein Ort, der dieses Symbolische erst legitimiert. Er ist in diesem Sinne ein „Herrensignifikant“, d. h. ein übergeordneter Signifikant, der am Ende jeder Signifikantenkette steht und der diese erst organisiert und strukturiert. Als Herrensignifikant existiert der große Andere nur als sein eigener Effekt, indem er das Symbolische strukturiert innerhalb eines Feldes, in dem er selbst nicht beinhaltet ist, als dessen Garant und Sinnstiftung er jedoch funktioniert (die klassische Form eines großen Anderen ist Gott.)
http://hdl.handle.net/10993/47727

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