Reference : Schule und soziale Ungleichheit
Parts of books : Contribution to collective works
Social & behavioral sciences, psychology : Sociology & social sciences
Social & behavioral sciences, psychology : Education & instruction
Educational Sciences
http://hdl.handle.net/10993/46335
Schule und soziale Ungleichheit
English
[en] School and social inequality
Deppe, Ulrike []
Hadjar, Andreas mailto [University of Luxembourg > Faculty of Humanities, Education and Social Sciences (FHSE) > Department of Social Sciences (DSOC) >]
Feb-2021
Handbuch Schulforschung
[en] Handbook School Research
Hascher, Tina
Idel, Till-Sebastian
Helsper, Werner
Springer
1-25
Yes
[en] schooling ; inequalities ; social inequality ; socialisation ; reproduction ; equuality of opportunity
[en] Die Bedeutung der Schule als Bildungsinstitution nahm mit der Einführung der
Schulpflicht im 18. und 19. Jahrhundert in vielen Regionen Europas zu. Aus der
Industrialisierung in den europäischen Ländern ergab sich einerseits die Notwendigkeit
der Alphabetisierung der breiten Bevölkerung und andererseits – im Zuge
der zunehmenden Arbeitsteilung sowie Trennung von Erwerbs- und Reproduktionssphäre
– die Kinder während der Arbeitszeit der Eltern zu betreuen. Infolgedessen
entwickelte sich seit dem ausgehenden 19. Jahrhundert mit etlichen
Vorläufern ein differenziertes staatlich geregeltes Bildungs- und Betreuungssystem.
Bildung begann somit als Alphabetisierungs- und Betreuungsnotwendigkeit
und höhere Bildung blieb bis in die Weimarer Republik (und teilweise bis in die
Anfänge der Bundesrepublik im westlichen Teil Deutschlands) meist nur Jungen
und Männern aus bürgerlichen und wohlhabenden Familien vorbehalten. Erst im
Zuge der Modernisierungsprozesse des 20. Jahrhunderts wandelte sich Schulbildung zu einem Allgemeingut. Im Zuge der „Bildungsexpansion“, dem Ausbau
von Bildungseinrichtungen und einer zunehmenden Bildungsnachfrage, die auch
mit einer differenzierten Ausbildung und Qualifikation von Personal einherging,
ist Schulbildung notwendige Voraussetzung für alle folgenden Qualifikationen in
der Berufs- ebenso wie der Hochschulbildung geworden. Seitdem hat sich die
Schule als wichtiges gesellschaftliches Subsystem etabliert und neben den eingangs
erwähnten anfänglichen Aufgaben übernimmt Schule bedeutsame Funktionen
für den Fortbestand der Gesellschaft. Schule hat sich nicht nur zu einer
Bildungsanstalt, sondern auch zu einem Berechtigungswesen entwickelt, das
Bildungschancen zuweist, die zentrale Voraussetzungen für den späteren Berufserwerb,
Status, Einkommen sind. Letztere Aspekte sind wiederum mit weiteren
Lebenschancen eng verknüpft, zum Beispiel politischer Partizipation, Gesundheit
und Lebenserwartung. Im Folgenden wird der Beitrag nach begrifflich-theoretischen
Bestimmungen von sozialer Ungleichheit und Bildungsungleichheit auf
historische Meilensteine der Schulforschung eingehen. Anschließend werden
zentrale Themen und Befunde der aktuellen Schulforschung zur sozialen Ungleichheit
– von Merkmalen von Schüler*innen auf der individuellen Ebene über
Lehrpersonen und Elternhaus hin zu Schulkulturen, Schüler*innenkomposition
und Bildungssystem auf höheren Analyseebenen – in sechs Abschnitten näher
ausgeführt. Zum Schluss geben wir einen Ausblick auf Trends und Desiderate.
Researchers ; Professionals ; Students ; General public
http://hdl.handle.net/10993/46335
10.1007/978-3-658-24734-8_36-1
https://doi.org/10.1007/978-3-658-24734-8_36-1

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