Reference : Update für die Hermeneutik. Geschichtswissenschaft auf dem Weg zur digitalen Forensik?
Scientific journals : Article
Arts & humanities : History
Computational Sciences
http://hdl.handle.net/10993/44086
Update für die Hermeneutik. Geschichtswissenschaft auf dem Weg zur digitalen Forensik?
German
[en] Update for hermeneutics. Historical sciences on their way to digital forensics?
Fickers, Andreas mailto [University of Luxembourg > Luxembourg Center for Contemporary and Digital History (C2DH) > >]
2020
Zeithistorische Forschungen
Vandenhoeck u. Ruprecht
17
1
157-168
Yes (verified by ORBilu)
International
1612-6033
1612-6041
Göttingen
Germany
[en] digital history ; digital hermeneutics ; historical data criticism
[de] »[…] wenn ›die Quelle‹ die Reliquie historischen Arbeitens ist – nicht nur Überbleibsel, sondern auch Objekt wissenschaftlicher Verehrung –, dann wäre analog ›das Archiv‹ die Kirche der Geschichtswissenschaft, in der die heiligen Handlungen des Suchens, Findens, Entdeckens und Erforschens vollzogen werden.« Achim Landwehr wirft in seinem geschichtstheoretischen Essay den Historikern ihren »Quellenglauben« vor – diese Kritik ließe sich im digitalen Zeitalter leicht auf die Heilsversprechen der Apostel der »Big Data Revolution« übertragen. Zwar regen sich mittlerweile vermehrt Stimmen, die den »Wahnwitz« der digitalen Utopie in Frage stellen, doch wird der öffentliche Diskurs weiterhin von jener Revolutionsrhetorik dominiert, die standardmäßig als Begleitmusik neuer Technologien ertönt. Statt in der intellektuell wenig fruchtbaren Dichotomie von Gegnern und Befürwortern, »First Movers« und Ignoranten zu verharren, welche die Landschaft der »Digital Humanities« ein wenig überspitzt auch heute noch kennzeichnet, ist das Ziel dieses Beitrages eine praxeologische Reflexion, die den Einfluss von digitalen Infrastrukturen, digitalen Werkzeugen und digitalen »Quellen« auf die Praxis historischen Arbeitens zeigen möchte. Ausgehend von der These, dass ebenjene digitalen Infrastrukturen, Werkzeuge und »Quellen« heute einen zentralen Einfluss darauf haben, wie wir Geschichte denken, erforschen und erzählen, plädiert der Beitrag für ein »Update« der klassischen Hermeneutik in der Geschichtswissenschaft. Die kritische Reflexion über die konstitutive Rolle des Digitalen in der Konstruktion und Vermittlung historischen Wissens ist nicht nur eine Frage epistemologischer Dringlichkeit, sondern zentraler Bestandteil der Selbstverständigung eines Faches, dessen Anspruch als Wissenschaft sich auf die Methoden der Quellenkritik gründet.
Researchers ; Professionals ; Students
http://hdl.handle.net/10993/44086
https://doi.org/10.14765/zzf.dok-1765
FnR ; FNR10929115 > Andreas Fickers > DHH > Digital History and Hermeneutics > 01/03/2017 > 31/08/2023 > 2016

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