Reference : Zeit- und Zukunftskonzepte in Konrads von Würzburg "Trojanerkrieg"
Dissertations and theses : Doctoral thesis
Arts & humanities : Literature
http://hdl.handle.net/10993/40783
Zeit- und Zukunftskonzepte in Konrads von Würzburg "Trojanerkrieg"
German
[en] concepts of time and future in Konrad's von Würzburg "Trojanerkrieg"
Krämer, Charlotte mailto [University of Luxembourg > Faculty of Language and Literature, Humanities, Arts and Education (FLSHASE) > Luxembourg Centre for Educational Testing (LUCET) >]
7-Jun-2019
Johannes Gutenberg-Universität, ​Mainz, ​​Germany
Charlotte KRÄMER
201
Störmer-Caysa, Uta
Lienert, Elisabeth
[de] mittelhochdeutsche Literatur ; Konrad von Würzburg ; Handlungsmotivierung
[de] Den Ausgangspunkt für diese Untersuchung zu Konrads von Würzburg „Trojanerkrieg“ – einem durch den Tod des Autors 1287 unvollendet gebliebenen Roman von mehr als 40.000 Versen, der als der am weitesten verbreitete deutschsprachige Antikenroman des Mittelalters gilt – bilden die Zeit- und Zukunftskonzepte der in der erzählten Welt physisch präsenten menschlichen Akteure: Was wissen sie über ihre Zukunft? Wie weit reicht die Zeitspanne, die sie aus ihrem jeweiligen Jetztpunkt antizipieren, in die Zukunft voraus, und welche Entwürfe eigenen Handelns schmieden sie? Wie gehen sie mit konkurrierenden Zukunftsmodellen um, insbesondere mit solchen, die die Möglichkeit eines alternativen Geschehensverlaufs eröffnen? Kurz: Wie stellt Konrad im „Trojanerkrieg“ das Verhältnis des handelnden Menschen zur eigenen Zukunft dar?

Augenfällig ist das Spannungsfeld zwischen kausaler und finaler Handlungsmotivierung, in dem sich die Figuren in unterschiedlichen Geschehenszusammenhängen – als Eltern, Liebende oder Rächende – bewegen: Einerseits werden sie immer wieder mit Informationen über die Zukunft konfrontiert, die eigentlich außerhalb ihres „natürlichen“ Wissenshorizonts liegen und ihren Handlungsspielraum erweitern. Andererseits wird dieser von verschiedenen metaphysischen Mächten (wie etwa Gott, Glück und Zufall) eingeschränkt oder gar gänzlich nivelliert. Denn Konrad spielt im „Trojanerkrieg“ mit der Eigendynamik der fatalen Prozesse, die den Untergang der Trojaner vorbereiten: Anders etwa als den Protagonisten der volkssprachlichen Heldenepik gelingt es seinen Figuren nicht, Konflikte durch die Anwendung von Gewalt beizulegen – vielmehr entstehen dadurch neue Probleme. Als Alternative zur gewaltsamen Reaktion werden zukunftsorientiertere Handlungsstrategien diskutiert, wobei Konrad sich besonders für den Umschlagpunkt interessiert, an dem aus subjektiven Handlungsplänen eine Geschichte scheiternder Personenverbände entsteht, weil die Zukunftskonzepte der Figuren überwiegend über keine oder nur eine minimale soziale Ausdehnung verfügen.
Researchers ; Students
http://hdl.handle.net/10993/40783
https://publications.UB.Uni-Mainz.DE/theses/frontdoor.php?source_opus=100003118

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