Reference : Interozeption bei akutem Stress und Stress-assoziierten Erkrankungen
Scientific congresses, symposiums and conference proceedings : Paper published in a book
Social & behavioral sciences, psychology : Neurosciences & behavior
http://hdl.handle.net/10993/40859
Interozeption bei akutem Stress und Stress-assoziierten Erkrankungen
English
Schulz, André mailto [University of Luxembourg > Faculty of Language and Literature, Humanities, Arts and Education (FLSHASE) > Integrative Research Unit: Social and Individual Development (INSIDE) >]
2019
14. Kongress der Fachgruppe Gesundheitspsychologie. Das richtige Maß ‒ Gesundheitspsychologie zwischen Individualisierung und Bevölkerungsbezug.
Schmidt, S.
University of Greifswald
49
Yes
International
Greifswald
Germany
14. Kongress der DGPs-Fachgruppe Gesundheitspsychologie
25-09-2019 to 27-09-2019
Greifswald
Germany
[en] Hintergrund: Das Gehirn und periphere Körperorgane
tauschen permanent Informationen aus. Interozeption
erfordert die Aufmerksamkeitslenkung auf afferente
Signale vom Körper zum Gehirn. Stress wiederum beinhaltet
efferente Signalübermittlung vom Gehirn an periphere
Körperprozesse. Daher kann die Interaktion von
Interozeption und Stress auch als bi-direktionale Signalübermittlung
zwischen Gehirn und Körper angesehen
werden. Die präsentierte Studienreihe besteht aus
10 Einzelstudien, die folgende Ziele verfolgt: (1.) Die bidirektionale
Hirn-Körper-Kommunikation im Normalzustand
bei Gesunden zu verstehen und (2.) die Bedeutung
potenziell dysregulierter Hirn-Körper-Kommunikation
bei Stress-assoziierten Krankheiten aufzudecken.
Methode: Dabei werden verschiedene Ebenen interozeptiver
Signalübermittlung, wie frühe Repräsentation
im zentralen Nervensystem (ZNS), bewusste Wahrnehmung
und Aufmerksamkeitslenkung auf Körperprozesse,
sowie deren Interpretation untersucht. Die beiden
physiologischen Stress-Achsen, die Hypothalamus-
Hypophysen-Nebennierenrinden-Achse und die
sympatho-adreno-medulläre (SAM-)Achse, stehen dabei
im Mittelpunkt der Untersuchungen.
Ergebnisse: Zunächst wird anhand von Studien mit
Stresstests und pharmakologischen Designs aufgezeigt,
dass eine Aktivierung der SAM-Achse sowohl
das kardiovaskuläre System stimuliert, aber auch die
Aufmerksamkeitslenkung beeinträchtigt. Cortisol wiederum
verstärkt Hirn-Körper-Kommunikation vor allem
auf Ebene der (kortikalen) ZNS-Repräsentation. Depersonalisierungsstörung,
somatoforme Störungen, Depression,
posttraumatische Belastungsstörung und
Borderline-Persönlichkeitsstörung zeichnen sich alle
durch ein hochspezifisches Pattern der Dysregulation
hinsichtlich Interozeption und physiologischer
Stressachsen aus, was die Heterogenität der Körpersymptome
erklären könnte. Darüber hinaus zeigt sich,
dass Hirn-Körper-Kommunikation auch den Verlauf
kardiovaskulärer Erkrankungen vorhersagen kann.
Diskussion: Die Ergebnisse sprechen für die Entwicklung
von Präventionsansätzen, die Hirn-Körper-Kommunikation
mit bestimmten Trainings zu stärken, um
den psychischen und körperlichen Gesundheitsverlauf
positiv beeinflussen zu können.
http://hdl.handle.net/10993/40859

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