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Peer Reviewed
See detailKorrelate intergenerationaler familiärer Unterstützung im Erwachsenenalter.
Albert, Isabelle UL; Ferring, Dieter UL

in Von der Forschung zur Praxis: 13. Kongress der DGVM (2011)

Die Frage nach Zuständigkeiten für Pflege und Unterstützung im Alter ist in den letzten Jahren im Zuge des demographischen Wandels immer mehr in das Zentrum des öffentlichen Interesses gerückt und hat ... [more ▼]

Die Frage nach Zuständigkeiten für Pflege und Unterstützung im Alter ist in den letzten Jahren im Zuge des demographischen Wandels immer mehr in das Zentrum des öffentlichen Interesses gerückt und hat zahlreiche Forschungsaktivitäten angeregt. Insbesondere die Erforschung von Eltern-Kind-Beziehungen im Erwachsenenalter hat dabei stark an Bedeutung gewonnen, da ein Großteil an intergenerationeller Unterstützung innerhalb der Familie geleistet wird. In Anlehnung an das Modell der intergenerationalen Solidarität sensu Bengtson (z.B. Bengtson & Roberts, 1991) als theoretischer Bezugsrahmen werden in der vorliegenden Studie unterschiedliche Dimensionen der Solidarität umschrieben und Korrelate intergenerationeller Unterstützung zwischen erwachsenen Kindern und ihren Müttern analysiert. Die Stichprobe bestand aus insgesamt N = 123 Personen im mittleren Erwachsenenalter (davon 31.1% männlich) zwischen 32 und 64 (M = 44.99, SD = 6.68) Jahren, die anhand eines standardisierten Fragebogens über Aspekte der Beziehungen zu ihren Müttern (gegebene und erhaltene Unterstützung, internalisierte Familiennormen, emotionale Beziehungsqualität zur Mutter, Gefühle der Ambivalenz gegenüber der Mutter) befragt wurden. Es lagen demnach Auskünfte über Mütter im Alter zwischen 54 und 93 Jahren (M = 72.58, M = 7.99) vor, von denen die meisten nach Angaben ihrer Kinder über einen relativ guten oder im mittleren Bereich liegenden Gesundheitszustand verfügten, in 16 Fällen war jedoch eine Pflegebedürftigkeit gegeben. Die Ergebnisse zeigten, dass vor allem die emotionale Beziehungsqualität sowie internalisierte Familiennormen den Austausch von Unterstützung bedingen, wohingegen Kontextmerkmale (wie Familienstand, Gesundheitszustand der Mutter; Berufstätigkeit des Kindes) weniger stark mit Aspekten der Solidarität zusammenhingen. Ferner wurde das Auftreten ambivalenter Gefühle im Zusammenhang mit der Unterstützung für Mütter durch eine internalisierte Familienorientierung moderiert: Respondenten, die bei starker Familienorientierung hohe Unterstützungsleistungen erbrachten, berichteten über weniger ambivalente Gefühle als Personen, die bei niedriger Familienorientierung hohe Unterstützungsleistungen erbrachten. Die Ergebnisse werden mit Blick auf mögliche Voraussagen für Situationen späterer Pflegebedürftigkeit und unter Berücksichtigung intrafamilialer Prozesse der intergenerationellen Beziehungsregulation diskutiert. [less ▲]

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