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Peer Reviewed
See detailErhöhte Reaktivität Herzschlag-evozierter Potenziale während der Aufmerksamkeits- fokussierung auf den eigenen Herzschlag und erhöhte kardiovaskuläre Aktivität bei Personen mit hoher somatoformer Symptombelastung
Schulz, André UL; Rost, S.; Dierolf, Angelika UL et al

in Kirschbaum, C. (Ed.) 45. Jahrestagung Psychologie und Gehirn - Abstractband (2019)

Die psychobiologischen Mechanismen der Entstehung körperlicher Symptome bei somatoformen Störungen sind weitgehend unklar. Im Perception-Filter-Modell wird postuliert, dass (1.) verstärkte ... [more ▼]

Die psychobiologischen Mechanismen der Entstehung körperlicher Symptome bei somatoformen Störungen sind weitgehend unklar. Im Perception-Filter-Modell wird postuliert, dass (1.) verstärkte Signalübermittlung von Körperorganen und (2.) verringerte Filterfunktion im ZNS zu (3.) verstärkter Wahrnehmung von Symptomen führt. Bislang existiert jedoch keine Evidenz, die diesen Zusammenhang an einer von somatoformen Symptomen belasteten Population unterstützt. Um diesen Sachverhalt aufzudecken, wurden zunächst 486 Personen aus der Allgemeinbevölkerung anhand einer Online- Version des Screenings für Somatoforme Störungen (SOMS-2) anhand des oberen und unteren Centils in Personen mit hoher (HSB) und niedriger somatoformer Symptombelastung (NSB) geteilt. Jeweils 29 NSB- (21 Frauen; 26,0 J.) und HSBPersonen (27 Frauen; 28,4 J.) wurden im Labor anhand (1.) verstärkter Körpersignale hinsichtlich kardiovaskulärer Aktivität und Cortisol-Aufwachreaktion, sowie (2.) Filterfunktionen im ZNS hinsichtlich Herzschlag-evozierter Potentiale (HEPs) während der Durchführung eines Herzschlagwahrnehmungstests und während Ruhe untersucht. HEPs reflektieren die Repräsentation kardio-afferenter Signale im ZNS. Die HSB-Gruppe zeigte eine höhere Ruhe-Herzrate (72,7 vs. 66,8 bpm) und eine geringere Herzratenvariabilität (RMSSD: 36,8 vs. 52,5 ms) als die LSB-Gruppe. Außerdem zeigten die HSB-Personen bei der Aufmerksamkeitsfokussierung auf den eigenen Herzschlag eine höhere Reaktivität der HEP-Amplitude als die LSB-Personen. Es gab keine Gruppenunterschiede hinsichtlich der Cortisol-Aufwachreaktion. Die Ergebnisse belegen sowohl (1.) die verstärkte Signalübermittlung von Körperorganen, als auch (2.) verringerte Filterfunktionen bei Personen mit hoher somatoformer Symptombelastung. Dies spricht für die Gültigkeit des Perception-Filter-Modells. Die erhöhte HEP-Reaktivität bezüglich der Aufmerksamkeitsfokussierung auf Körperprozesse könnte einen Biomarker für Personen mit hohem Risiko für die Entwicklung von somatoformen Störungen darstellen. [less ▲]

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