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Peer Reviewed
See detailIm Spannungsfeld zwischen Informationsfreiheit und Datenschutz: Das Luxemburger Archivgesetz von 2018 und die zeithistorische Forschung
Brüll, Christoph UL; Janz, Nina UL

Scientific Conference (2022, January 19)

Im Sommer 2018 trat in Luxemburg erstmals ein Archivgesetz in Kraft, das nach jahrelangen Verhandlungen – leider ohne Beteiligung der Archivnutzer*innen – zustande kam. Es war lange erwartet und ... [more ▼]

Im Sommer 2018 trat in Luxemburg erstmals ein Archivgesetz in Kraft, das nach jahrelangen Verhandlungen – leider ohne Beteiligung der Archivnutzer*innen – zustande kam. Es war lange erwartet und definierte für das Großherzogtum (endlich!), wie Quellen aus Ministerien und Verwaltungen archivalisch behandelt werden müssen. Das Gesetz schuf damit den Rahmen für eine notwendige und geregelte Ablieferungs- und Archivierungspolitik sowie den erforderlichen Einsatz von geschultem Personal in staatlichen und kommunalen Verwaltungen. Der Gesetzestext weist große Ähnlichkeiten mit bundesdeutschen und belgischen Bestimmungen zum Archivzugang auf. Die allgemeine Schutzfrist von 50 Jahren ist allerdings deutlich länger als in den meisten Ländern, wohingegen die 75-Jahre-Sperrfrist für Akten mit persönlichen Daten auf dem Papier kürzer ausfällt als bei den Nachbarn. Die Auslegung des Gesetzes durch das Nationalarchiv und die Ministerialverwaltungen war seitdem mehrmals Gegenstand von parlamentarischen Fragen und Presseberichterstattung, die die restriktive Zugangspraxis und lange Bearbeitungszeiten bei Anträgen auf Schutzfristverkürzung monieren. Den Forscher*innen fielen dabei zwei Dinge auf: zum einen wurde die Entscheidungsfrist für die Anträge auf Schutzfristverkürzungen regelmäßig deutlich überschritten; zum anderen legten die Archivmitarbeiter*innen ihren Entscheidungen, ob ein solcher Antrag vonnöten sei, ein extrem rigides Verständnis von „persönlichen Daten“ zugrunde. Dies verweist auf einige Grundprobleme bei der Konzeption des Gesetzes: die wissenschaftliche Forschung, die ein großes Interesse daran hatte, bei der Archivnutzung Rechtssicherheit zu haben, war zu keinem Zeitpunkt in den Gesetzgebungsprozess eingebunden. Zum anderen problematisierte dieser zu wenig die Tatsache, dass das Nationalarchiv historisch als eine kulturelle und nicht als eine wissenschaftliche Einrichtung betrachtet wurde. Dies war nach unserer Auffassung ein weiterer Grund dafür, dass die Perspektive der Forschung nicht ausreichend mitgedacht wurde. In der Praxis wird beispielsweise der Zugang zu Dokumenten aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs noch regelmäßig erschwert; an eine zeitgeschichtliche Forschung zum Zeitraum ab den 1960er Jahren auf der Grundlage der im Nationalarchiv aufbewahrten Quellen ist kaum zu denken. Das Nationalarchiv nimmt eine restriktive Haltung gegenüber seinen Nutzer*innen ein: Inventare, wie z.B. vorläufige Abgabelisten, werden nicht vorgelegt, ganze Bestände werden wegen mangelnder Bearbeitung oder Unkenntnis der Zuständigkeiten gesperrt. Den Forscher*innen wird kein Vertrauen entgegengebracht. Es besteht beispielsweise keine Möglichkeit, Dokumente nach Zusicherung von Anonymisierung oder Unterzeichnung einer Verpflichtungserklärung einzusehen. Die Einsicht (falls gesperrt) bedarf noch immer teilweise der Zustimmung durch die Aktenproduzenten. Mitunter ist aber den Benutzern nicht klar, welche Akten noch dem Produzenten unterliegen oder nicht. In anderen Fällen ist selbst dem Archiv nicht klar, wer die „Zuständigkeit“ und damit das letzte Wort über den Zugang innehat. Solange aber das Archiv nicht die Benutzungshoheit oder die „Archivhoheit“ über seine eigenen Akten hat, kann keine professionelle Benutzung gewährleistet werden. In Bezug auf die Gemeindearchive gilt das Archivgesetz von 2018 nicht, daher ist dort die Verunsicherung sehr groß und es fehlt das Bewusstsein für eine geordnete Archivierung und Bereitstellung von Unterlagen. Es fehlen beispielsweise Benutzungsordnungen und professionelle Findmittel. Im Falle von Akteneinsichten müssen die Forscher mit der zuständigen Gemeinde eine Art Datenschutzvertrag (Convention de mise á disposition d’archives et collections) schließen, in welches jedes Dokument aufgelistet wird. Seitdem die Probleme mit dem Gesetz und seiner Anwendung bekannt sind, wurden regelmäßig Lösungsansätze diskutiert, die jedoch bisher nicht umgesetzt wurden. Zum einen wird angeregt, die Entscheidungen zu Schutzfristverkürzungen in die Hände des Nationalarchivs zu legen. Dazu wären, wie in anderen Ländern auch, Abkommen zwischen den Ministerialverwaltungen und dem Archiv nötig. In der Zwischenzeit ist jedoch Bewegung in die Sache gekommen: zumindest auf der politischen Ebene ist das Bewusstsein dafür, dass überhaupt ein Problem besteht, gewachsen. Im Raum steht derzeit eine Evaluierung des Gesetzes, die bisher nicht vorgesehen war – obwohl eine solche Vorgehensweise bei anderen Gesetzen regelmäßig praktiziert wird – und die mündlich signalisierte Bereitschaft der Justizministerin, für die ihr unterstellten Bereiche ein Abkommen mit dem Archiv zu schließen. Vielleicht kann so ein Paradox aufgelöst werden. [less ▲]

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See detailBurying the Dead from the Battle of the Bulge
Janz, Nina UL

Speeches/Talks (2022)

Casualties of soldiers in the German and American Army - During the Battle of the Bulge more than 100.000 soldiers died. How did the Wehrmacht, the U.S. Army and the Civilians treat the dead?

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See detailMapping war experiences of Luxembourgish recruits during WWII
Janz, Nina UL

Presentation (2021, December 07)

The Impact and Legacy of War Experiences in Luxembourg” researches the personal side of the history of Luxembourgish youth born between 1920 and 1927 who were enrolled into German services under the Nazi ... [more ▼]

The Impact and Legacy of War Experiences in Luxembourg” researches the personal side of the history of Luxembourgish youth born between 1920 and 1927 who were enrolled into German services under the Nazi occupation of Luxembourg during World War II. The research focuses on personal testimonies and their individual war experience to uncover these men, women, and families’ individual experiences. Using a relational database to represent their war experiences, we face several challenges, such as a data structure that is too rigid and strict to “map” the fluid and unpredictable life patterns of our study subjects. We developed a data model where we treat different life stations (military unit, POW camp etc.) as equal data levels like our recruits (as persons). Each “life station” or event we treat as a “person” and create a separate “biography” to include all relevant data. Afterwards, we link the life stations or events with the actual person in the database. The aim of my talk will be the “translation” of lives, with its twists and turns into a static data set such as a relational database to map the individual war experiences of our study object. [less ▲]

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See detail(Deutsche) Soldatengräber – Eine Kulturgeschichte - Podcast
Janz, Nina UL

Speeches/Talks (2021)

Der Tod eines Soldaten unterscheidet sich vom natürlichen Tod eines Zivilisten, der durch Alter oder Krankheit stirbt. Er stirbt oft jung und durch Gewalt. Im Krieg zu fallen war stets eine Besonderheit ... [more ▼]

Der Tod eines Soldaten unterscheidet sich vom natürlichen Tod eines Zivilisten, der durch Alter oder Krankheit stirbt. Er stirbt oft jung und durch Gewalt. Im Krieg zu fallen war stets eine Besonderheit. Die Heldenverehrung und Phrasen wie „Gefallen für das Vaterland!“ sind schnelle Assoziationen mit Tod im Krieg. Nina Janz hat sich dem Thema aus kulturwissenschaftlich-historischer Perspektive genähert und dazu geforscht, wie unterschiedlich den Kriegstoten gedacht wurde. [less ▲]

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See detailTschechen in der deutschen Wehrmacht. Totgeschwiegene Schicksale
Janz, Nina UL

in CLIO-online (2021)

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See detailVon Erdhügeln, Massengräbern und Einzelgrabstätten - Militärische Begräbniskultur von der Antike bis zur Gegenwart
Janz, Nina UL

in Leisner, Barbara (Ed.) Soldat - Kind - Zwangsarbeiterin - Deserteur. Wer ist in den Soldatengräbern auf dem Friedhof Ohlsdorf bestattet (2021)

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See detailJustiz, Richter und Anwälte während der nationalsozialistischen Besatzung im Großherzogtum Luxemburg. Ein Forschungsbericht
Janz, Nina UL

in Lölke, Janna; Staats, Martina (Eds.) richten - strafen - erinnern. Nationalsozialistische Justizverbrechen und ihre Nachwirkungen in der Bundesrepublik (2021)

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See detailThe Museum of American War Letters
Janz, Nina UL

in HSOZKULT - Kommunikation und Fachinformation für die Geschichtswissenschaften (2021)

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See detailWarlux. Op der Sich no Zäitdokumenter aus dem Zweete Weltkrich
Janz, Nina UL

Speeches/Talks (2021)

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See detailZwangsrekrutierung: Geschichte von unten erzählen
Scuto, Denis UL; Pauly, Michel Romain UL; Vercruysse, Sarah Maya UL et al

in Kuntzmann, Morgan (Ed.) Luxemburger Wort (2021)

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See detailThe Second World War in the Twenty-first Century Museum: From Narrative, Memory, and Experience to Experientiality
Janz, Nina UL

in The Military History Journal (2021), 85(1), 293-94

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See detailReview - The Lost Soldier: The Ordeal of a World War II GI from the Home Front to the Hürtgen Forest
Janz, Nina UL

in Michigan War Studies Review (2021)

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See detailPROJECT WARLUX Ambiguities in biographies of Luxembourgish conscripts during and after WWII
Janz, Nina UL

E-print/Working paper (2021)

More than 10,000 Luxembourgish soldiers and recruits and an unknown number of Luxembourgish men and women wore German uniforms during WWII in armed forces and civil organisations, such as the Wehrmacht ... [more ▼]

More than 10,000 Luxembourgish soldiers and recruits and an unknown number of Luxembourgish men and women wore German uniforms during WWII in armed forces and civil organisations, such as the Wehrmacht, Waffen-SS, armed police forces and the Reichsarbeitsdienst (RAD). The "WARLUX" project, based at the University of Luxembourg in the Luxembourg Centre for Contemporary and Digital History (C2DH), intends to collect the biographical data of Luxembourgers who were drafted into the German Army and the Labour Service. Around 3,000 young men and women are used in a case study to research their biographies and individual stories during the war, highlight different approaches to researching World War II, and show different résumés and personal experiences during this period. WARLUX aims to review the categories that have tended to be used in the national history discourse. For these women and men were called different like "forced recruit", "volunteer", "réfractaire" and "déserteur" were used, next to mentions of "Mort la patrie" for whom who died in German uniform. Are these terms appropriate to describe the experiences of these individuals, or do they need to be elucidated and challenged? Who were the people behind these abstract terms? What were their individual experiences, stories, reactions, choices, contradictions and survival strategies during and after World War II (Tames 2016)? The term "forced recruit" has come to suggest the general victim status of all conscripted Luxembourgish soldiers. In this content between the dualism of the official narrative and the historiography of the last decades, the project WARLUX wants to apply another concept: "situative opportunism", to question the cumulative heroism and the power of collective forms of decision-making in "forced environments", like the enrolment of young women and men (Fickers/Brüll, 2019). Following the biographical approach by analysing documents and personal views (letters, diaries), Andreas Fickers and Christoph Brüll (2019) use the term "situative opportunism" to emphasise the link between biographical research and sociological decision theory. Based on Schimank (2005), the authors state that every historical actor has multiple options in a complex decision-making process; these decisions are not necessarily egoist, neither the result of external constraints, but grounded in a situational logic of doing what seems most suitable in this very moment. The project is still in the initial phase but will soon deepen the analysis of the biographies of the individuals using the term "situational opportunism". With the application for the conference, the project team would like to discuss other approaches and start an exchange about other/opposite concepts. [less ▲]

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See detailCultural Heritage Archives and Research Prospects
Janz, Nina UL

Presentation (2020, November 27)

Cultural Heritage - Definitions and Approach in Archives and in Academic Research

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See detailWarlux - Soldiers and their communities in WWII - The impact and legacy of war experiences in Luxembourg
Janz, Nina UL; Pauly, Michel Romain UL; Vercruysse, Sarah Maya UL

Presentation (2020, October 28)

More than 10,000 Luxembourgish women and men wore German uniforms during WWII in armed forces and civil organizations. WARLUX will collect their biographies and investigate their individual profiles from ... [more ▼]

More than 10,000 Luxembourgish women and men wore German uniforms during WWII in armed forces and civil organizations. WARLUX will collect their biographies and investigate their individual profiles from the perspective of their social background, trajectories during the war and their life in the post-war period. [less ▲]

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See detail"Heldentod" - "Soldatenfriedhof" in Großes Lexikon der Bestattungs- und Friedhofskultur. Wörterbuch zur Sepulkralkultur, Medienkultureller Teil
Janz, Nina UL

in Janz, Nina (Ed.) Großes Lexikon der Bestattungs- und Friedhofskultur. Wörterbuch zur Sepulkralkultur, Medienkultureller Teil: Von Absurdes Theater bis Zombie (2020)

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See detailDEUTSCHE SOLDATENGRÄBER DES ZWEITEN WELTKRIEGES ZWISCHEN HELDENVERHERRLICHUNG UND ZEICHEN DER VERSÖHNUNG – KULTURWISSENSCHAFTLICH-HISTORISCHE FALLSTUDIEN ZUR ENTWICKLUNG DES UMGANGES MIT DEM KRIEGSTOD
Janz, Nina UL

Doctoral thesis (2019)

Ten cultural-historical case studies investigate how deaths in war were dealt with based on soldier graves of the Second World War. In this dissertation, the resting places of the fallen German soldiers ... [more ▼]

Ten cultural-historical case studies investigate how deaths in war were dealt with based on soldier graves of the Second World War. In this dissertation, the resting places of the fallen German soldiers offer a unique perspective in the evaluation of death during a violent conflict and in the post-war period. The examination frame extends from 1939 to the present and follows the reception and importance of the graves and the fallen in military, politics and society. Some single chapters of this thesis have been already published or are intended for publication. Methodologically, the study consists of empirical work, such as the analysis of unpublished archival sources, as well as hermeneutical tools in the form of interviews, surveys, local documentation, and field studies of burial sites and exhumations. Two terms – hero glorification and signs of reconciliation – illustrate the differences in how the meaning of the graves and their dead soldiers was perceived. This difference highlights the change in values and meaning that the graves had to face. In the Second World War, the Wehrmacht responded to the nearly five million German casualties with mythical hero stories, propaganda and parades, but also with an elaborate administration system and rules concerning the dead and their graves. The instructions for the soldier’s death included details about the material and inscription of the gravestone to the identification of unknown dead. The graves sustained a structure and organization in accordance with a modern military grave system. The claim to a single grave and the registration and notification of the relatives was included in the Wehrmacht. The denotation of the dead as heroes and their resting places as heroes' graves (Heldengräber) and heroes' groves (Heldenhaine) shows the attempt to integrate them into the ideology and propaganda of the National Socialist regime. However, the management of graves, as well as the cult of heroes, had to fail due to the reality of war – i.e., the number of casualties, the chaotic conditions at the front and the defeat of the Germans. The hero's glorification could not be maintained after the end of the war. In post-war society, an attempt was made to defuse the symbolism of military death and put it into a neutral and harmless context other than National Socialism. The continuation of the graves’ management, the search for unknown resting places and the construction of cemeteries could no longer be operated by the military. Under the slogan of reconciliation and the expression of peace and understanding instead, access to the Wehrmacht graves was reached first in Western Europe, after 1989 in Eastern Europe by the Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V. The Volksbund builds and cares for cemeteries and exhumes the remains until the present. This effort is still being made by the Germans today and illustrates the importance of war graves care in modern international context. The studies show how mutable and dependent are the meaning and symbolism of the death of a soldier within different political and social constructs and epochs. In these studies, the range of soldiers' graves as a research topic is clarified and further perspectives for questions and investigation contexts are shown. The investigation of German soldiers' graves of the Second World War in terms of their relevance is of particular importance. The fact that great efforts are still being made to find and maintain the resting places of dead soldiers more than 70 years after the war demonstrates the political dimension of the war dead and their graves. Above all, the distinctiveness of these objects as resting places for German soldiers makes an interesting and even controversial topic for science, politics and society not only in Germany but also in other European countries. [less ▲]

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See detailNeuere Soldatenfriedhöfe aus der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg
Janz, Nina UL

in Friedhof und Denkmal (2019), 3/4

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