References of "Hansen, Greta 50008883"
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Peer Reviewed
See detailAkuter Stress und kardiale interozeptive Genauigkeit in einer Herzschlagzählaufgabe
Hansen, Greta UL; Vögele, Claus UL; Bellingrath, Silja et al

in Heinrichs, Markus; Schönauer, Monika (Eds.) 47. Jahrestagung Psychologie und Gehirn (2022)

Interozeption, d.h. die Wahrnehmung und Verarbeitung körperinnerer Signale, hängt mit der Aktivität eines Körperorgans (z.B. kardiale Aktivierung) zusammen. Die Organaktivität wird maßgeblich durch Stress ... [more ▼]

Interozeption, d.h. die Wahrnehmung und Verarbeitung körperinnerer Signale, hängt mit der Aktivität eines Körperorgans (z.B. kardiale Aktivierung) zusammen. Die Organaktivität wird maßgeblich durch Stress beeinflusst, der beispielsweise durch soziale Situationen oder Schmerz ausgelöst wird. Auch wenn erste Erkenntnisse implizieren, dass Stress die bewusste Ebene der Interozeption („interozeptive Genauigkeit“/IG) beeinflussen könnte, sind der Zeitverlauf dieses Effekts und die Rolle von Organaktivierung bislang unklar. Anhand eines Gruppenexperiments mit gesunden Versuchspersonen (je n=33 Stress- und Kontrollgruppe, w=48) wurde die Auswirkung von akutem Stress (sozial-evozierter Kaltwassertest) auf IG in einer Herzschlagzählaufgabe zu vier unterschiedlichen Zeitpunkten (pre-Stress/post-Stress-1/2/3) untersucht. Der Stressor führte zu einem Anstieg von selbstberichtetem Stress (sowie Speichelcortisol). Die Herzrate (Organaktivität) sowie die IG blieben jedoch, entgegen der Erwartungen, sowohl zwischen den Gruppen als auch über die Zeit, unverändert. Unabhängig von der Bedingung und den Zeitpunkten zeigte sich außerdem eine Tendenz, die tatsächlichen Herzschläge zu 56% zu unterschätzen. Bei konstanter Herzrate (M=81.5 bpm) über alle Versuchsbedingungen hinweg konnten die gezählten Herzschläge alleine (M=28.55) somit die IG (M=.43) vorhersagen (r=.962, p<.001). Diese Ergebnisse legen nahe, dass sowohl die zentrale Rolle der gezählten Herzschläge auf die IG, als auch jene Organaktivierung, die durch akuten Stress verändert wird und sich in einer Veränderung der gezählten Herzschläge widerspiegelt, bei Anwendung der Herzschlagzählaufgabe, berücksichtigt werden muss. [less ▲]

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Peer Reviewed
See detailGastrische Interozeption und gastrische myoelektrische Aktivität bei chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen und Reizdarmsyndrom
Schulz, André UL; Welsch, Sina; Etringer, Sarah et al

in Heinrichs, Markus; Schönauer, Monika (Eds.) 47. Jahrestagung Psychologie und Gehirn (2022)

Viszerale Hypersensitivität wird als zentraler Mechanismus bei chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen (CED) und Reizdarmsyndrom (RDS) diskutiert, welche beide mit einer erheblichen Einschränkung der ... [more ▼]

Viszerale Hypersensitivität wird als zentraler Mechanismus bei chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen (CED) und Reizdarmsyndrom (RDS) diskutiert, welche beide mit einer erheblichen Einschränkung der Lebensqualität einhergehen. Bisherige Studien verwenden zumeist invasive Verfahren, die jedoch typischerweise mit der Messung viszeraler Wahrnehmung interferieren. Diese Studie untersucht daher, ob CED und RDS mit einer veränderten Wahrnehmung „natürlicher“ (nicht-invasiver) gastrischer Dehnungen assoziiert sind („Interozeption“). Zwanzig CED-Patienten in Remission (13 Morbus Crohn, 7 Colitis Ulcerosa), 12 RDS-Patienten, sowie 20/12 parallelisierte gesunde Kontrollprobanden absolvierten den 2-stufigen Water-Load-Test, bei dem eine beliebige Menge Wasser getrunken wird, bis die subjektiven Schwelle der Sättigung (Stufe 1) und des Völlegefühls (Stufe 2) erreicht sind. Gastrische Motilität wurde mittels Elektrogastrographie untersucht. CED-Patienten tranken signifikant mehr Wasser bis zur Sättigungsschwelle als RDS-Patienten, während es keine Unterschiede zu den Kontrollgruppen gab. Die getrunkene Wassermenge bis zur Schwelle des Völlegefühls unterschied sich nicht zwischen den Gruppen. Die elektrogastrographischen Muster zeigten ebenfalls keine Gruppenunterschiede, was impliziert, dass es keine Pathologien in der gastrischen Motilität gab. Die getrunkene Wassermenge bis zur Sättigung korrelierte negativ mit darmbezogener Lebensqualität bei CED-Patienten, aber positiv mit emotionalem Wohlbefinden bei RDS-Patienten. Diese Ergebnisse legen eine relative gastrische Hypersensitivität bei RDS und eine relative gastrische Hyposensitivität bei CED nahe, was jeweils mit spezifischen Facetten der wahrgenommenen Lebensqualität assoziiert ist. [less ▲]

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Peer Reviewed
See detailCardiac cycle phases affect auditory-evoked potentials, startle eye blink and pre-motor reaction times in response to acoustic startle stimuli
Schulz, André UL; Vögele, Claus UL; Bertsch, Katja et al

in International Journal of Psychophysiology (2020), 157(1), 70-81

Startle stimuli evoke lower responses when presented during the early as compared to the late cardiac cycle phase, an effect that has been called ‘cardiac modulation of startle’ (CMS). The CMS effect may ... [more ▼]

Startle stimuli evoke lower responses when presented during the early as compared to the late cardiac cycle phase, an effect that has been called ‘cardiac modulation of startle’ (CMS). The CMS effect may be associated with visceral-afferent neural traffic, as it is reduced in individuals with degeneration of afferent autonomic nerves. The aim of this study was to investigate whether the CMS effect is due a modulation of only early, automatic stages of stimulus processing by baro-afferent neural traffic, or if late stages are also affected. We, therefore, investigated early and late components of auditory-evoked potentials (AEPs) to acoustic startle stimuli (105, 100, 95 dB), which were presented during the early (R-wave +230 ms) or the late cardiac cycle phase (R +530 ms) in two studies. In Study 1, participants were requested to ignore (n=25) or to respond to the stimuli with button-presses (n=24). In Study 2 (n=23), participants were asked to rate the intensity of the stimuli. We found lower EMG startle response magnitudes (both studies) and slower pre-motor reaction times in the early as compared to the late cardiac cycle phase (Study 1). We also observed lower N1 negativity (both studies), but higher P2 (Study 1) and P3 positivity (both studies) in response to stimuli presented in the early cardiac cycle phase. This AEP modulation pattern appears to be specific to the CMS effect, suggesting that early stages of startle stimulus processing are attenuated, whereas late stages are enhanced by baro-afferent neural traffic [less ▲]

Detailed reference viewed: 78 (10 UL)