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Peer Reviewed
See detailGastrische Interozeption und gastrische myoelektrische Aktivität bei chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen und Reizdarmsyndrom
Schulz, André UL; Welsch, Sina; Etringer, Sarah et al

in Heinrichs, Markus; Schönauer, Monika (Eds.) 47. Jahrestagung Psychologie und Gehirn (2022)

Viszerale Hypersensitivität wird als zentraler Mechanismus bei chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen (CED) und Reizdarmsyndrom (RDS) diskutiert, welche beide mit einer erheblichen Einschränkung der ... [more ▼]

Viszerale Hypersensitivität wird als zentraler Mechanismus bei chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen (CED) und Reizdarmsyndrom (RDS) diskutiert, welche beide mit einer erheblichen Einschränkung der Lebensqualität einhergehen. Bisherige Studien verwenden zumeist invasive Verfahren, die jedoch typischerweise mit der Messung viszeraler Wahrnehmung interferieren. Diese Studie untersucht daher, ob CED und RDS mit einer veränderten Wahrnehmung „natürlicher“ (nicht-invasiver) gastrischer Dehnungen assoziiert sind („Interozeption“). Zwanzig CED-Patienten in Remission (13 Morbus Crohn, 7 Colitis Ulcerosa), 12 RDS-Patienten, sowie 20/12 parallelisierte gesunde Kontrollprobanden absolvierten den 2-stufigen Water-Load-Test, bei dem eine beliebige Menge Wasser getrunken wird, bis die subjektiven Schwelle der Sättigung (Stufe 1) und des Völlegefühls (Stufe 2) erreicht sind. Gastrische Motilität wurde mittels Elektrogastrographie untersucht. CED-Patienten tranken signifikant mehr Wasser bis zur Sättigungsschwelle als RDS-Patienten, während es keine Unterschiede zu den Kontrollgruppen gab. Die getrunkene Wassermenge bis zur Schwelle des Völlegefühls unterschied sich nicht zwischen den Gruppen. Die elektrogastrographischen Muster zeigten ebenfalls keine Gruppenunterschiede, was impliziert, dass es keine Pathologien in der gastrischen Motilität gab. Die getrunkene Wassermenge bis zur Sättigung korrelierte negativ mit darmbezogener Lebensqualität bei CED-Patienten, aber positiv mit emotionalem Wohlbefinden bei RDS-Patienten. Diese Ergebnisse legen eine relative gastrische Hypersensitivität bei RDS und eine relative gastrische Hyposensitivität bei CED nahe, was jeweils mit spezifischen Facetten der wahrgenommenen Lebensqualität assoziiert ist. [less ▲]

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