Reference : Notizen machen, Bögen ausfüllen, Geschichten schreiben. Analytische Perspektiven auf ...
Parts of books : Contribution to collective works
Social & behavioral sciences, psychology : Sociology & social sciences
http://hdl.handle.net/10993/9975
Notizen machen, Bögen ausfüllen, Geschichten schreiben. Analytische Perspektiven auf die materialen Praktiken der bildungsbezogenen Beobachtung von Kindern im Elementarbereich
German
[en] Making sketches, completing formulars, writing narratives. Analytical approaches to the materiality of practices of observation and documentation in ECEC
Bollig, Sabine mailto [University of Luxembourg > Faculty of Language and Literature, Humanities, Arts and Education (FLSHASE) > Integrative Research Unit: Social and Individual Development (INSIDE) >]
2011
Kindliches Tun beobachten und dokumentieren. Perspektiven auf die Bildungsbegleitung in Kindertageseinrichtungen, 1
Cloos, Peter
Schulz, Marc
Juventa
Kindheitspädagogische Beiträge
33-48
No
9783779925507
Weinheim
Germany
[de] Soziomaterialität ; Praxistheorien ; Beobachtungspraktiken ; Frühe Kindheit ; Elementarbereich
[en] Socio-Materiality ; Practice Theory ; Practices of Observation ; Early Childhood Education and Care
[de] Dieser Beitrag beschäftigt sich mit praxisanalytischen Perspektiven auf die prozessorientierte Beobachtung und Dokumentation von kindlichen Bildungsaktivitäten in Kindertageseinrichtungen. Diese prozessorientierten Beobachtungsverfahren basieren im Wesentlichen darauf, dass die Aktivitäten der Kinder durch das pädagogische Personal beobachtet und detailliert protokolliert werden, um aus diesen Niederschriften tiefergehende Einblicke in die individuellen Bildungsaktivitäten und -themen der Kinder zu erschließen, welche dann in individuell zugeschnittene Angebote der Bildungsbegleitung münden (vgl. Laewen/Andres 2000, Schaefer/Staege 2010). Obwohl der schriftlichen Dokumentation der beobachteten Bildungsaktivitäten ein zentraler Stellenwert für die Etablierung einer ‚forschenden Haltung’ der pädagogischen Fachkräfte beigemessen wird, fehlt es derzeit an Forschungsarbeiten, die den eigenständigen Stellenwert des Dokumentierens für die Beobachtungsaktivitäten der pädagogische Fachkräfte in den Blick nehmen. Dieses Desiderat ist eng mit der zumeist bildungstheoretischen Begründung von Beobachtungsverfahren verknüpft, die die Beobachtungstätigkeit selbst als einen subjektiven Erkenntnis- und Lernprozess konzipieren. Daher werden in den wenigen empirischen Rekonstruktionen zu den von Erziehern gemachten Notizen, ausgefüllten Beobachtungsbögen und geschriebenen Geschichten, diese vor allem auch als Repräsentationen der Beobachtungstätigkeit behandelt, welche die Qualifizierungsprozesse des pädagogischen Personals freilegen (ex. Steudel 2008) und durch die man somit wie durch „Fensterscheiben“ (Wolff 2000, S. 504) auf die inneren Vorgänge in den Beobachtern selbst blicken kann. Demgegenüber mache ich mich im Folgenden für einen Forschungszugang stark, der das Beobachten von dieser engen Bindung an subjektive Erkenntnisprozesse löst und als eine soziale Praxis konzipiert. Die Beobachtung und Dokumentation kindlicher Bildungsprozesse wird darüber als eine lokale und kollektive Wissenspraxis sichtbar, in der sich institutionelle Anforderungen, praktische Problemstellungen und soziale wie materiale Ressourcen miteinander vermitteln. Die diversen Formen der Dokumentation können dann in ihrem konstitutiven, und nicht lediglich repräsentierenden Beitrag für das Beobachten in Kitas erschlossen werden. Um ein solches Forschungsprogramm zu plausibilisieren, stelle ich in einem ersten Schritt die bildungstheoretische Begründung des Beobachtens in den frühpädagogischen Programmatiken zum Beobachten und Dokumentieren in Kindertageseinrichtungen heraus (1). Von diesem Modell der Beobachtungstätigkeiten, die eng an das Konzept von Erkenntnissubjekten gebunden ist, grenze ich meine Überlegungen zu einer praxisanalytischen Grundlegung eines Beobachtungsbegriffes ab. Ich stelle Grundannahmen von Praxistheorien vor, mit deren Hilfe ein methodologischer Begriff von Beobachtung und Dokumentation gewonnen werden kann, der diese als ‚verteilte Praktiken’ erschließt (2). In einem letzten Schritt entwickele ich analytische Zugänge zur Frage, wie sich die Wissenspraktiken des Beobachtens und Dokumentieren vor allem mit Blick auf die an diesen Praktiken beteiligten Medien und Objekte erschließen lassen. Ich stelle mit den Praktiken des Schreibens und (Vor-)lesens, des Dokumentierens und des Instrumentierens drei mögliche Themen der Praxisanalyse von Beobachtungstätigkeiten vor, die ihren Ausgang von den eigenständigen Potentialen von Schrift und Schriftdokumenten nehmen (3). In einem Fazit zeige ich die Anschlüsse einer solchen analytischen Perspektive für feld- oder professionstheoretische Forschungsfragen zur Beobachtung in Kindertageseinrichtungen auf.
http://hdl.handle.net/10993/9975

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