Reference : Freiheitsprivilegien und gefreite Orte in den Grafschaften Sponheim
Parts of books : Contribution to collective works
Arts & humanities : History
http://hdl.handle.net/10993/888
Freiheitsprivilegien und gefreite Orte in den Grafschaften Sponheim
German
Uhrmacher, Martin mailto [University of Luxembourg > Faculty of Language and Literature, Humanities, Arts and Education (FLSHASE) > Identités, Politiques, Sociétés, Espaces (IPSE) >]
1997
Kurtrierisches Jahrbuch 37
Verein Kurtrierisches Jahrbuch
77-120
Yes
Trier
Deutschland
[de] Freiheitsprivilegien ; Stadtrecht ; Sponheim ; Privilegien ; Städtepolitik ; Territorialisierungsprozeß ; Mittelalter ; Spätmittelalter ; Territorialpolitik
[de] Untersuchungsgegenstand der Studie sind die Freiheitsprivilegien, welche die Grafen von Sponheim seit dem beginnenden 13. Jahrhundert bis zum Erlöschen des Grafenhauses im Jahre 1437 einer Reihe von Orten ihres Herrschaftsraumes verliehen. Von besonderem Interesse sind die Hintergründe der sponheimischen Freiheitsbriefe und die Motive, welche die Grafen zur Vergabe von Freiheitsbriefen bewogen, sodann auch die tatsächliche Entwicklung der Orte auf der Grundlage ihrer Privilegien. Beide Aspekte finden ihren sichtbarsten Ausdruck in der Zentralität der gefreiten Siedlungen. Sie umfaßte einen von Ort zu Ort wie auch in seiner zeitlichen Entwicklung jeweils variierenden Kanon verschiedener Funktionen politisch-administrativer, wirtschaftlicher und kultisch-religiöser Art, der durch eine Karte dokumentiert wird. Diese erfaßt insgesamt zwölf Zentralitätskriterien, in politisch-herrschaftlicher Hinsicht die Tatsache der Privilegierung, eventuelle Funktionen als Residenz, Burg- und Amtssitz, die Befestigung und den Entwicklungsgrad kommunaler 'Verfassungsorgane' (Schultheiß, Schöffen, Geschworene, Stadtsiegel), ökonomisch die Existenz eines regelmäßig (oder permanent) stattfindenden Marktes, eines Münzateliers und die – gleichfalls herrschaftlich initiierte – Niederlassung bzw. Tätigkeit gewerblicher Geldverleiher (Juden und Lombarden).
Anhand der vorgestellten Freiheitsprivilegien zeigte sich eine planvoll und kontinuirlich betriebene Städte- oder Privilegierungspolitik der Sponheimer Grafen. Zunächst wurden die Residenzorte der Teilgrafschaften gefreit, um sie rechtlich aus der Masse der umgebenden Dörfer herauszuheben. In einer zweiten Phase, die im direkten Zusammenhang mit dem Territorialisierungsprozeß im 14. und 15. Jahrhundert stand, wurden ausschließlich solche Orte privilegiert, die bereits Sitz eines Amtes waren oder für die eine solche Funktion nach der Privilegierung belegt werden kann. Die Sponheimer nutzten die Ausstellung von Freiheitsbriefen demnach vor allem als zentrales Instrument ihrer Territorialpolitik. Als Resultat der über einen Zeitraum von ca. 200 Jahren skizzierten Entwicklung spann sich im 15. Jahrhundert ein relativ dichtes Netz landesherrlicher 'Städtegründungen' über den sponheimischen Herrschaftsbereich.
Researchers ; Professionals ; Students ; General public
http://hdl.handle.net/10993/888

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