Reference : Across the Channel, Noblewomen in Seventeenth-Century France and England
Books : Book published as author, translator, etc.
Arts & humanities : History
http://hdl.handle.net/10993/6300
Across the Channel, Noblewomen in Seventeenth-Century France and England
English
Kmec, Sonja mailto [University of Luxembourg > Faculty of Language and Literature, Humanities, Arts and Education (FLSHASE) > Identités, Politiques, Sociétés, Espaces (IPSE) >]
2010
Kliomedia
9783898901383
Trier
[en] Early Modern Europe ; France ; England ; Women's history ; Religion ; Politics
[de] Frühe Neuzeit ; Adel
[de] Welche Handlungsspielräume besaßen adelige Frauen in Frankreich und England in der frühen Neuzeit? Waren sie im Umfeld der Religionskriege, der politischen Machtkämpfe und des wirtschaftlichen Nepotismus dieses Zeitalters eingeschränkt oder eröffneten sich ihnen hier neue Chancen? Im Mittelpunkt der Studie stehen die Herzogin von La Trémoïlle, bekannt als »Königin der Hugenotten«, und ihre Schwägerin, die Gräfin von Derby. Anhand der Biographien dieser prominenten Gestalten werden die Entfaltungsmöglichkeiten für Frauen in einer zutiefst patriarchalisch geprägten Gesellschaft exemplarisch beleuchtet. Das aktive Engagement beider Protagonistinnen sowohl in der Fronde als auch im Englischen Bürgerkrieg wirft neue Schlaglichter auf Geschlechterrollen und Geschlechterbeziehungen in dieser Epoche. Ihr Handeln ist dokumentiert in Bittschriften, der Mobilisierung von Netzwerken und ihrer Vermittlungstätigkeit im Hintergrund der großen Politik. Es beschränkt sich dabei aber nicht auf die unmittelbaren Kriegszusammenhänge. Im Gegenteil. Viele adelige Frauen waren – entgegen dem Bild einer »natürlichen« weiblichen Passivität, das theologische Schriften, Haushaltsbücher und Etikette vermitteln – höchst aktiv an den Verwaltungsgeschäften umfangreicher Ländereien beteiligt, sie beaufsichtigten das Haus- und Dienstpersonal oder zogen bei Gerichtsprozessen im Hintergrund die Fäden. Eine detaillierte Untersuchung der wirtschaftlichen Situation der Familie La Trémoïlle und ihres Verwaltungsapparates zeigt, dass der Einfluss von Frauen im konkreten Fall davon abhing, ob ihre Ehe als ökonomische Partnerschaft funktionierte und auf gegenseitigem Vertrauen beruhte, oder nicht. Mit der Familie La Trémoïlle als Prisma, eröffnen sich neue Blickwinkel auf die Hof- und Adelskultur Frankreichs und Englands. Um etwa den angestrebten Titel eines »prince étranger« am Hofe Ludwigs XIV. zu erlangen, gingen die La Trémoïlle Heiratsallianzen mit den souveränen Fürstenhäusern von Oranien-Nassau, Hessen-Kassel und Derby ein. Letztere wurden – entgegen ihrem tatsächlichen Status – als Herren über die Isle of Man dargestellt. Die Wirkungsmacht von Repräsentationen und die selektive Nutzung von Verbindungen mit angesehenen protestantischen Dynastien versuchte auch Lady Derby am Hofe Charles I. und später Charles II. ins Spiel zu bringen. Ihr blieb allerdings kein Erfolg beschieden. Die Briefe, die Lady Derby vierzig Jahre lang an ihre »liebe Schwester«, die Herzogin von La Trémoïlle, schrieb, bilden ein au?ergewöhnlich reiches Quellenmaterial. Sie stehen im Zentrum der Detailanalyse. Zusammen mit einer Reihe anderer Korrespondenzen, persönlichen Memoiren, Autobiographien, Inventaren und Konten sind sie das Rückgrat der Studie; sie zeichnen ein schillerndes Bild des Zeitalters.
Researchers ; Students
http://hdl.handle.net/10993/6300

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