Reference : Leprosorien im Mittelalter und früher Neuzeit
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Arts & humanities : History
http://hdl.handle.net/10993/401
Leprosorien im Mittelalter und früher Neuzeit
German
Uhrmacher, Martin mailto [University of Luxembourg > Faculty of Language and Literature, Humanities, Arts and Education (FLSHASE) > Identités, Politiques, Sociétés, Espaces (IPSE) >]
2000
Rheinland-Verlag
(Publikationen der Gesellschaft für Rheinische Geschichtskunde XII. Abt. 1b N. F.) [Geschichtlicher Atlas der Rheinlande, Beiheft und Karte VIII.5]
9783792718216
Köln
[de] Leprosorien ; Lepra ; Mittelalter ; Rheinlande ; Luxemburg ; Atlas ; Historiasche Kartographie ; Geschichtlicher Atlas der Rheinlande
[de] Das Ziel der Untersuchung ist die Erfassung aller Leprosorien in den Rheinlanden und die Analyse der sich vom Mittelalter bis in die frühe Neuzeit erstreckenden Entwicklungslinien. Als Leprosorien oder Siechenhäuser werden hierbei alle Anstalten definiert, die speziell der Unterbringung Lepra¬kranker gedient haben. Ihre Darstellung erfolgt auf der Grundlage der OH-Karte im Ma߬stab 1:500.000. In diesem Kartenausschnitt konnten für den Untersuchungszeitraum, der sich von der ersten urkundlichen Erwähnung eines Siechen¬hauses im Jahre 1180 bis zur Schlie¬ßung der letzten Einrichtungen am Ende des 18. Jahrhun¬derts erstreckt, insgesamt 182 Lepro¬sorien nachgewiesen werden. Da für keine dieser Ein¬richtungen ein Gründungsbeleg überlie¬fert ist, werden sie entsprechend ihrem urkundlichen Erstbeleg nach drei Zeitstufen diffe-renziert. Als erster Zeitschnitt wurde das Jahr 1350 wegen der dramatischen Reduzierung der Bevölkerungszahl in Folge des Pestzuges von 1348-1350 festgelegt. Der zweite Zeitschnitt wurde für das Jahr 1550 vorgenommen, weil ab der Mitte des 16. Jahrhunderts der endgültige Rückgang der Lepra einsetzte. Für die Siechenhäuser ohne einen Erstbeleg wurde gemeinsam mit den Leprosorien, deren Existenz nicht zweifels¬frei nachgewiesen werden konnte, eine vierte "Zeitstufe" er¬gänzt. Die Kennzeichnung der Einrichtungen wird durch eine Kreissignatur vorgenommen; beschriftet sind sie mit dem Ortsnamen.
Als problematisch erwies sich das breite Spektrum der als Leprosorien zu bezeichnenden Ein¬richtungen; es reicht von der einfachen Hütte eines Feldsiechen bis hin zu wirtschaftlichen "Großbetrieben" – wie beispielsweise Köln–Melaten – mit speziellen Verwaltern oder Proviso¬ren, Dienstpersonal, eigener Kapelle, für eine dauerhafte Nutzung gebauten Häusern und mitunter beachtlichem Vermögen. Durch die Erarbeitung und Zusammenstellung der acht wichtigsten Kriterien einer voll ausgebildeten Anlage wird der Idealtypus eines rhei¬nischen Leprosoriums umrissen. An diesem Idealtypus können dann die in Größe und Ausstattung stark variierenden Siechenhäuser in ihrer Bedeutung gemessen werden. In der Hauptkarte werden die wichtigsten "Standortfaktoren" sowie die für die Größe und Be¬deutung eines Siechenhauses entscheidenden Kriterien der Organisationsformen verzeichnet. Die Dar¬stellung der einzelnen Kriterien (Kapelle, Hagioskop, Seelsorge, Friedhof, Leprosenordnung, Provisoren, Lepraschau, Leprosenbruderschaft, Hochgerichtsstätte, Schellenknecht und Siechennachen) erfolgt durch Piktogramme.
Der Katalog ist nach Ortsnamen alphabetisch geordnet. Er enthält in folgender Reihung Informationen zu den Siechenhäusern: Bezeichnung, topographische Lage, urkundliche Ersterwähnung, Gebäude, Kapelle, Hagioskop, Seelsorge, Hinrichtungsstätte, Insassen, Verwaltung, Stiftungen und Schenkungen sowie Einkünfte und Besitz, Leprosenordnung, Lepraschau, Leprosenbruderschaft, Schließung.
Researchers ; Professionals ; Students
http://hdl.handle.net/10993/401
2006 ausgezeichnet mit dem "Hans-Richard-Winz-Preis" der Gesellschaft für Leprakunde. Der mit 2000 Euro dotierte Preis wurde für die international "beste wissenschaftliche Veröffentlichung auf dem Gebiet der Geschichte Leprakranker und der Geschichte der Lepra" vergeben.

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