Reference : Domänenspeziftät von Need for Cognition bei Sekundarschülerinnen und -schülern
Scientific congresses, symposiums and conference proceedings : Unpublished conference
Social & behavioral sciences, psychology : Theoretical & cognitive psychology
Educational Sciences
http://hdl.handle.net/10993/31861
Domänenspeziftät von Need for Cognition bei Sekundarschülerinnen und -schülern
German
[en] Domain-specificity of Need for Coginition in Secondary School Students
Keller, Ulrich mailto [University of Luxembourg > Faculty of Language and Literature, Humanities, Arts and Education (FLSHASE) > Luxembourg Centre for Educational Testing (LUCET) >]
Strobel, Anja [Technische Universität Chemnitz > Institut für Psychologie]
Martin, Romain mailto [University of Luxembourg > Rectorate > Academic Affairs >]
Preckel, Franzis [Universität Trier > FB I - Psychologie]
14-Mar-2017
Yes
No
International
5. Tagung der Gesellschaft für Empirische Bildungsforschung
from 13-03-2017 to 15-03-2017
University of Heidelberg
Heidelberg
Germany
[en] Need for Cognition ; Domain-specificity ; Structural equation modeling
[en] In der aktuellen Bildungsforschung werden zahlreiche nichtkognitive Konstrukte, wie Selbstkonzepte, Interesse und Schulangst, meist neben einer generellen Erfassung auch domänen- oder fachspezifisch erfasst. Hierzu werden Items in Selbstberichtskalen mit Bezug auf die jeweilige Domäne formuliert (z.B. „Mathematik ist eines meiner besten Fächer“). Dies trifft auf NFC bisher nicht zu – in Übereinstimmung mit der ausdrücklich domänenübergreifenden, generellen Konzeption von NFC durch die Urheber des Konstrukts (Cacioppo, Petty, Feinstein, & Jarvis, 1996). Allerdings scheint es gerade vor dem Hintergrund der Überlegungen von Cacioppo et al. (1996) zur Entwicklung von NFC im Kindesalter plausibel, dass auch NFC domänenspezifische Ausprägungen zeigt. Cacioppo et al. (1996) betonen den Einfluss von kognitiven Fähigkeiten und von (Mis-)Erfolgserfahrungen für die Entwicklung von NFC. In einem von klar abgegrenzten Fächern geprägten schulischen Umfeld und mit zunehmender Differenzierung der kognitiven Fähigkeiten (Ackerman, 2014) kann vermutet werden, dass auch im Hinblick auf die Neigung zu anstrengender kognitiver Tätigkeit interindividuell verschiedene domänenspezifische Profile sichtbar werden.
Fragestellung: Zeigt NFC neben einer generellen Komponente auch domänenspezifische interindividuelle Ausprägungen?
Material und Methoden: Um der Frage nach der Möglichkeit der domänenspezifischen Modellierung von NFC nachzugehen, entwickelten wir auf der Grundlage einer 5-Item-Kurzskala (basierend auf der NFC-KIDS-Skala für Grundschulkinder; Preckel & Strobel, 2017) parallel formulierte Items für die Fächer Deutsch, Französisch, Mathematik und Naturwissenschaften. Anhand einer Stichprobe von N=4595 luxemburgischen Schüler/innen der 9. Klasse untersuchten wir die so entstandene domänenspezifische NFC-Skala hinsichtlich ihrer internen Struktur, der Abgrenzbarkeit der NFC-Faktoren von domänenspezifischem Interesse, sowie der prädiktiven Validität bezüglich standardisierter Leistungstests.
Befunde: Im Rahmen konfirmatorischer Faktorenanalysen ergab sich für ein nested factor-Messmodell mit einem auf allen Items ladenden Generalfaktor und korrelierten, genesteten domänenspezifischen Faktoren für Deutsch, Französisch, Mathematik und Naturwissenschaften die beste Passung (χ2[199]=1966, p<.05, CFI=.970, RMSEA=.044, SRMR=.022). Die latenten Korrelationen der domänenspezifischen Faktoren dieses Modells mit Faktoren erster Ordnung einer analog konstruierten Skala zu fachbezogenen Interessen betrugen zwischen .57 und .64; die spezifischen NFC-Faktoren waren damit klar von fachbezogenen Interessen abgrenzbar. Die domänenspezifischen NFC-Faktoren für Mathematik, Deutsch und Französisch sagten statistisch signifikant Leistungen in standardisierten Schulleistungstests im jeweils selben Fach voraus (β-Gewichte zwischen .08 und .19, p<.05). Der NFC-Generalfaktor klärte darüber hinaus signifikante Varianz nur in Mathematikleistungen auf (β=.08, p<.05).
Diskussion: Weitere Untersuchungen müssen zeigen, ob sich, wie wir vermuten, die genesteten Faktoren als Profilabweichungen von einem generellen NFC-Niveau interpretieren lassen. Insbesondere scheint hier ein integrativer Ansatz der Modellierung von domänenspezifischem NFC zusammen mit weiteren nichtkognitiven Konstrukten vielversprechend (vgl. Gogol, 2015). Darüber hinaus hoffen wir mit der hier vorgestellten Skala einen Beitrag zu Erforschung der Entwicklung von NFC im schulischen Kontext leisten zu können.
Literatur
Ackerman, P. L. (2014). Adolescent and adult intellectual development. Current Directions in Psychological Science, 23(4), 246–251.
Cacioppo, J. T., Petty, R. E., Feinstein, J. A., & Jarvis, W. B. G. (1996). Dispositional differences in cognitive motivation: The life and times of individuals varying in need for cognition. Psychological Bulletin, 119(2), 197–253.
Gogol, K. (2015). Achievement motivation: Assessment, Structure and Development. Unpublished Dissertation. University of Luxembourg, Luxembourg.
Preckel, F., & Strobel, A. (2017, in Druck). Need for Cognition Kinderskala (NFC-KIDS). Eine Skala zur Erfassung der kognitiven Motivation bei Grundschulkindern. Göttingen: Hogrefe.
http://hdl.handle.net/10993/31861

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