Reference : Vom Individuum und Akteur zur relationalen Person
Diverse speeches and writings : Other
Social & behavioral sciences, psychology : Sociology & social sciences
Social & behavioral sciences, psychology : Social work & social policy
http://hdl.handle.net/10993/22783
Vom Individuum und Akteur zur relationalen Person
German
[en] From the individual and actor to the relational person
Haas, Claude mailto [University of Luxembourg > Faculty of Language and Literature, Humanities, Arts and Education (FLSHASE) > Integrative Research Unit: Social and Individual Development (INSIDE) >]
Marthaler, Thomas mailto [University of Luxembourg > Faculty of Language and Literature, Humanities, Arts and Education (FLSHASE) > Integrative Research Unit: Social and Individual Development (INSIDE) >]
May-2015
International
[en] relational personhood ; life-world bubble
[en] Das vorliegende Arbeitspapier ist im Rahmen des MATRIX-Forschungsprojektes entstanden, das im Februar 2014 angelaufen und zeitlich nicht terminiert ist. Der Ausgangspunkt des Projektes bildete die Auseinandersetzung der Projektleiter mit der Problematik, wie die kontextuelle Einbettung Sozialer Arbeit als Profession in sog. soziale personenbezogenen Dienstleistungsorganisationen (Klatetzki, 2010) und Praxisfelder der Sozialen Arbeit (Chassé und Wensierski, 1999) theoretisch verstanden und methodologisch operationalisiert werden kann. Zum einen ging es um die Frage, was es bedeutet von einer kontextuellen Einbettung oder „embeddedness“ - wie es in der Organisationstheorie allgemein heißt - professioneller Praxis in sog. Meso- und Makroumwelten auszugehen. Zum anderen aber auch um die sich daraus ergebenden Implikationen für das Enaktieren (Weick, 1995) von professionellen Wissensbeständen sowie ethischen Handlungsprinzipien. Zudem stellte sich die Frage, wie ein diesbezügliches Konzept kontextreflexiver Professionalität Sozialer Arbeit aussehen könnte.
In der weiteren theoretischen wie auch empirischen Auseinandersetzung mit den verschiedenen Facetten der aufgeworfenen Problematik, nicht zuletzt auch bedingt durch den Rückgriff auf die Arbeiten des sog. Neo-Institutionalismus, wie mitunter von Powell und DiMaggio (1991), Meyer (2005) und Scott (2014) vertreten, rückten zunehmend Fragen zur Analyse von akteurs- und feldbezogenen Rationalitäten bzw. institutionellen Logiken (Friedland und Alford 1991) in ihrer Dynamik und Konflikthaftigkeit in den Mittelpunkt: Wie lassen sich sog. kollektive Akteure und organisationale Felder (Hoffman, 1999; Wooten und Hoffman, 2008) in ihrer Dynamik kartographieren bzw. „mappen“?
Unzufrieden mit den Antworten, die wir insbesondere mithilfe des Neo-Institutionalismus zu generieren vermochten, haben sich, auf der Suche nach Alternativen, im Laufe der Zeit unsere Forschungsanstrengungen oder, wie wir gegenwärtig sagen würden, unsere miteinander in Relation stehenden Lebensweltblasen, immer weiter geöffnet, hin zu grundlegenderen Fragen sozialtheoretischer Art. Das, was wir vorläufig als „Theory of Scales“ konventionieren, handelt grundsätzlich davon, wie in Relationierung als einem rekursiven Prozess der Ausstülpung innerer Umwelten an unterschiedlichen Orten, Personen bzw. Lebensweltblasen mittels mehrdimensionalen Skalieren, d.h. ideell-emotional-körperlichem Schneiden beständig von neuem Entitäten sowohl „belebter“ (z.B. vierbeinige Hunde und Arbeitsverwaltungen) wie „unbelebter“ Art (z.B. Wasser und wissenschaftliche Texte) als Skalierungen erfinden und zu konventionieren versuchen. Durch die raum-zeitlich rekursive Iteration dieser Grundbewegung wird relational wirkmächtige soziale Wirklichkeit erzeugt, die als fraktal bezeichnet werden kann. Der Begriff der Fraktalität bezieht sich dabei darauf, dass die in der skizzierten Grundbewegung erfundenen Einheiten insofern gebrochen und sich immer nur selbstähnlich sind, als die Personen in der je unterschiedlichen Relationalität ihres Lebensweltblasen-Daseins eine Fülle von Skalierungen, die als innere Umwelten in ihrer Lebensweltblase ‘abgelagert’ sind, an diesen Orten auszustülpen vermögen. Diese “scales-come-scale-through-relational-scaling-work-at-places” – anders ausgedrückt: die Skalierungen in ihrer fraktalen (Mehr-)Dimensionalität, Verschränktheit und Relativität – konstituieren einen neuen “Ausschnitt” aus der sozialen Wirklichkeit, der wiederum anderen Ausschnitten aufgrund der gemeinsamen Grundbewegung selbstähnlich ist. Die “Ablagerung” bzw. Verarbeitung dieser Skalierungen in Lebensweltblasen steht für die Überführung von ‘Umwelt’ ins ‘Innere’ der Lebensweltblasen, wobei die Begriffe der Ausstülpung, der Verschränktheit und der inneren Umwelt deutlich machen, dass in einer fraktalen und postpluralen Theorieperspektive - wenn man denn unbedingt eine kategorielle Einordnung vornehmen möchte - Personen, Orte und Relationen ontologisch keine trenn- bzw. schneidbaren Entitäten bilden, wenngleich sie beständig geschnitten werden. Die theoretische Gesamtheit in der Ausstülpungsbewegung (Skalierungsarbeit) erfundener fraktaler Wirklichkeit bezeichnen wir als “Matrix”. Der Begriff der “Matrix” ist eine Metapher für das Universum fraktaler Wirklichkeit, die in unserem Skalierungsmodus ontologisch aus Personen-in-Skalierungsarbeit-an-Orten besteht.
http://hdl.handle.net/10993/22783
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