Reference : Kurzzeitige Nahrungsdeprivation erhöht Herzschlag-evozierte Potenziale (HEPs) als Ind...
Scientific congresses, symposiums and conference proceedings : Paper published in a journal
Social & behavioral sciences, psychology : Neurosciences & behavior
http://hdl.handle.net/10993/1860
Kurzzeitige Nahrungsdeprivation erhöht Herzschlag-evozierte Potenziale (HEPs) als Indikatoren für kortikale Verarbeitung kardial-interozeptiver Prozesse
German
Schulz, André mailto [University of Luxembourg > Faculty of Language and Literature, Humanities, Arts and Education (FLSHASE) > Integrative Research Unit: Social and Individual Development (INSIDE) >]
Ferreira de Sá, Diana S. []
Strelzyk, Florian []
Vögele, Claus mailto [University of Luxembourg > Faculty of Language and Literature, Humanities, Arts and Education (FLSHASE) > Integrative Research Unit: Social and Individual Development (INSIDE) >]
Schächinger, Hartmut []
2013
Trierer Psychologische Berichte
38
1
52-53
Yes (verified by ORBilu)
National
1619-3970
31. Symposium der Fachgruppe Klinische Psychologie und Psychotherapie der Deutschen Gesellschaft für Psychologie
09-05-2013 to 11-05-2013
Trier
[de] Interozeption – die Wahrnehmung von Körpervorgängen – spielt bei der Regulation des Essverhaltens möglicherweise eine entscheidende Rolle. Nahrungsdeprivation hat eine Reihe von metabolischen und endokrinologischen Konsequenzen. Bei kurzzeitiger Nahrungsdeprivation zeigt sich eine Erhöhung des sympathischen Tonus, welche dafür verantwortlich sein könnte, dass sich die Interozeptionsgenauigkeit gegenüber kardialer Stimuli gleichzeitig erhöht. Die physiologischen Grundlagen von Interozeption sind die Übermittlung von viszeral-afferenten neuronalen Signalen, während die Wahrnehmung dieser Signale die Lenkung der Aufmerksamkeit auf diese Signale erfordert. Bisherige Ergebnisse gehen auf Leistungen in Herzschlagdetektionsaufgaben zurück. Obwohl diese Methoden mehrfach validiert wurden, sind sie wahrscheinlich ungeeignet dazu, die viszeral-afferente Signalübermittlung und Aufmerksamkeitslenkung auf diese Signale voneinander zu trennen. Daher hatte die vorliegende Studienreihe zum Ziel, den Einfluss von kurzzeitiger Nahrungsdeprivation auf Herzschlag-evozierte Potenziale (HEPs) in Ruhebedingung zu untersuchen. Die HEPs gelten als psychophysiologischer Indikator für die kortikale Verarbeitung kardial-interozeptiver Prozesse. Bislang ist unbekannt, ob metabolische und endokrinologische Prozesse HEPs modulieren können. In einer ersten Studie wurden 16 gesunden Männern (Alter: 23,8 [2,1] Jahre) intravenös sowohl das Stresshormon Cortisol, als auch eine Placebo-Substanz verabreicht. Es zeigte sich, dass Cortisol bei offenen Augen kurzfristig zu einer höheren HEP-Amplitude führte, als bei geschlossenen Augen (p = .03). Daraus kann man ableiten, dass endokrinologische Prozesse das Potenzial haben, die HEP-Amplitude zu modulieren. In der folgenden Studie wurden 16 gesunde Frauen (Alter: 22,6 [1,9] Jahre) sowohl nach standardisierter Nahrungsaufnahme, als auch nach 18-stündiger Nahrungsdeprivation getestet. Es zeigte sich eine Erhöhung der HEP-Amplitude nach Nahrungsdeprivation (p = .02). Gleichzeitig konnten keine Veränderungen der Herzrate, noch der Herzratenvariabilität beobachtet werden. Unsere Ergebnisse legen nahe, dass Nahrungsdeprivation die kortikale Verarbeitung afferenter Signale aus dem kardiovaskulären System intensiviert, was nicht durch eine höhere sympathische Aktivität erklärt werden kann. Mögliche physiologische Signalwege und Implikationen für die Ätiologie von Essstörungen werden diskutiert.
http://hdl.handle.net/10993/1860

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