Reference : „To force or not to force. That is the question!“ – Die Auswirkungen des Einsatzes vo...
Scientific congresses, symposiums and conference proceedings : Poster
Social & behavioral sciences, psychology : Sociology & social sciences
http://hdl.handle.net/10993/17414
„To force or not to force. That is the question!“ – Die Auswirkungen des Einsatzes von Forced-Response-Fragen auf die Befragungsergebnisse –
German
Mergener, Alexandra mailto [Bundesinstitut für Berufsbildung]
Sischka, Philipp mailto [University of Luxembourg > Faculty of Language and Literature, Humanities, Arts and Education (FLSHASE) > Integrative Research Unit: Social and Individual Development (INSIDE) >]
Decieux, Jean Philippe Pierre mailto [University of Luxembourg > Faculty of Language and Literature, Humanities, Arts and Education (FLSHASE) > Integrative Research Unit: Social and Individual Development (INSIDE) >]
2014
Yes
International
Kongress der Deutschen Gesellschaft für Soziologie 2014
from 6-10-2014 to 10-10-2014
Deutschen Gesellschaft für Soziologie (DGS)
Trier
Germany
[de] Forced Answering ; Onlineumfrage ; Reaktanz ; Antwortverhalten ; Validität ; Unit Non Response ; Rorced Response ; Onlinesurvey
[en] Die Methode der Onlinebefragung hat sich innerhalb des letzten Jahrzehnts als Befragungsroutine etabliert. Sie ist zumeist mit niedrigen Kosten verbunden und ermöglicht es innerhalb kürzester Zeit hohe Fallzahlen zu erzielen sowie „fundierte“ Ergebnisse zu generieren. Dies führte einerseits zu einer Demokratisierung der Umfrageforschung, denn mithilfe der Onlinebefragung ist es nahezu jedem möglich ein Befragungsprojekt durchzuführen. Andererseits resultiert daraus aber auch, dass viele Befragungen von Laien durchgeführt werden, dadurch eine schlechte Qualität aufweisen und zahlreiche Operationalisierungsfehler enthalten (Jacob/Heinz/Décieux 2013; Schnell/Hill/Esser 2011).
Ein Beispiel hierfür ist die Verwendung der Forced Response Option, deren Auswirkungen innerhalb dieses Forschungsprojektes untersucht werden.
Theoretischer Hintergrund des Projektes
Als Forced-Response wird allgemein die Möglichkeit bezeichnet den Respondenten einer Umfrage zur Beantwortung einer Frage zu verpflichten. Bei den meisten Programmpaketen zur Durchführung eines Onlinesurveys ist dies auf einfachste Art und Weise zu realisieren.
Diese Praxis kommt zuweilen sehr häufig auch zur Anwendung, ohne dass sich die Fragesteller über eventuelle Folgen ihrer Wahl bewusst sind. In den Handbüchern der Programme (bspw. EFS Survey Manual 9.0) wird diese Option als eine Lösung angepriesen, die den Item Non Response verringert.
In der Methodenliteratur gibt es jedoch zahlreiche Bedenken und Gegenstimmen für diese Vor-gehens¬weise (Kaczmirek 2005, Peytchev/Crawford 2005, Dillman/Smyth/Christian 2009, Schnell/ Hill/Esser 2011, Jacob/Heinz/Décieux 2013). Diese Bedenken speisen sich aus der Über¬legung, dass der Befragte plausible Gründe haben kann, um nicht zu antworten (der Befragte versteht die Frage nicht, die entsprechende Antwortkategorie fehlt, der Befragte will die Frage aus persönlichen Gründen bewusst nicht beantworten, usw.).
Verpflichtet man den Befragten unter diesen Umständen eine Antwort zu geben, könnte dies möglicherweise dazu führen, dass die Befragung abgebrochen wird oder der Befragte eine willkürliche/inhaltsunabhängige Antwort gibt.
Zusammenfassend lassen sich damit zwei zentrale Thesen aufstellen:
1. Forced-Response führt zu erhöhtem Unit Non Response.
2. Forced-Response führt zu weniger validen Antworten (Lügen oder Zufallsantwort).
Allerdings gibt es bisher kaum empirische Untersuchungen, die diese Behauptungen belegen.
Ziel des Projektes
Über Split Ballot Experimente werden die genauen Folgen der Implementierung einer Forced-Response-Option empirisch abgebildet. Die Folgen sollen über die Analyse von Abbruchquoten und Antwortreaktionszeiten dargestellt werden. Die Feldphase des Online-Experiments endet Mitte Juli 2014, sodass wir dann in der Lage sind, aktuelle und bisher nicht veröffentlichte Ergebnisse auf dem Kongress zu präsentieren.
Deutsche Gesellschaft für Onlineforschung (DGOF)
Researchers ; Professionals ; Students ; General public
http://hdl.handle.net/10993/17414

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