References of "Trierer Psychologische Berichte"
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Peer Reviewed
See detailHinweise auf veränderte interozeptiven Wahrnehmungsfähigkeit anhand der in Herzschlagwahrnehmung Herzschlagdetektionstests bei Patienten mit einem Depersonalisations-Derealisationssyndrom
Reuchlein, Bettina; Michal, Matthias; Köster, Susann et al

in Trierer Psychologische Berichte (2013), 38(1), 54

Patienten mit Depersonalisations/Derealisationssyndrom (DP) berichten häufig von einer Distanzierung der inneren Selbstwahrnehmung und einer dadurch entstandenen Beeinträchtigung der Emotionswahrnehmung ... [more ▼]

Patienten mit Depersonalisations/Derealisationssyndrom (DP) berichten häufig von einer Distanzierung der inneren Selbstwahrnehmung und einer dadurch entstandenen Beeinträchtigung der Emotionswahrnehmung. Es wird davon ausgegangen, dass die Wahrnehmung von Köpersignalen für das subjektive Erleben von Emotionen eine entscheidende Rolle spielt. Ziel der vorliegenden Studie war es, zu untersuchen, ob sich diese DP-typischen Symptome in einer geringeren Fähigkeit zur Wahrnehmung interozeptiver Signale widerspiegeln. 14 Patienten mit DP (5 Frauen; Alter: 26,1 [6,0] Jahre) und 22 gesunde Kontrollprobanden (13 Frauen; Alter: 26,5 [1,8] Jahre) absolvierten zwei Herzschlagdetektionsaufgaben, deren Parameter als Indikatoren für kardiale Interozeptionsfähigkeit gelten. Probanden wurden zum einen angewiesen, in einem sich ändernden Zeitintervall ihre Herzschläge zu zählen (Schandry), zum anderen mussten sie entscheiden, ob Tonsequenzen synchron oder verzögert mit dem Herzschlag präsentiert wurden (Whitehead). Da die Parameter in beiden Verfahren dazu tendieren, sich bimodal zu verteilen, wurden beide Gruppen per Mediansplit in „gute“ (HBD+) und „schlechte Herzschlagwahrnehmer“ (HBD-) aufgeteilt. Zusätzlich wurden affektive Beeinträchtigung, Depersonalisationserlebnisse, Körperwahrnehmung, Alexithymie und Somatisierung erhoben (PHQ-15, KEKS, SCL-9, TAS-20, LEAS, BDI-II, STAI, CTQ, FDS, CDS). Im Gegensatz zur ursprünglichen Annahme zeigten DP-Patienten über beide Subgruppen hinweg höhere Leistung im Schandry-Test (p = ,02). Innerhalb der Gruppe HBD+ zeigten die DP-Patienten bessere Leistung im Whitehead-Test als die Kontrollprobanden, wohingegen in der Gruppe HBD- die DP-Patienten schlechtere Leistung zeigten (p = ,02). Diese Ergebnisse implizieren, dass DP-Patienten besser als Gesunde ihre Aufmerksamkeit lediglich auf Körperprozesse lenken können (Schandry). Wenn sie jedoch interozeptive und exterozeptive Signale integrieren müssen (Whitehead), zeigen sich zwei Subgruppen extrem guter und schlechter Herzwahrnehmer. Aus diesem Verteilungsmuster kann man schlussfolgern, dass die Verschaltung interozeptiver Signale beim DP-Syndrom dysfunktional sein könnte. [less ▲]

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Peer Reviewed
See detailKurzzeitige Nahrungsdeprivation erhöht Herzschlag-evozierte Potenziale (HEPs) als Indikatoren für kortikale Verarbeitung kardial-interozeptiver Prozesse
Schulz, André UL; Ferreira de Sá, Diana S.; Strelzyk, Florian et al

in Trierer Psychologische Berichte (2013), 38(1), 52-53

Interozeption – die Wahrnehmung von Körpervorgängen – spielt bei der Regulation des Essverhaltens möglicherweise eine entscheidende Rolle. Nahrungsdeprivation hat eine Reihe von metabolischen und ... [more ▼]

Interozeption – die Wahrnehmung von Körpervorgängen – spielt bei der Regulation des Essverhaltens möglicherweise eine entscheidende Rolle. Nahrungsdeprivation hat eine Reihe von metabolischen und endokrinologischen Konsequenzen. Bei kurzzeitiger Nahrungsdeprivation zeigt sich eine Erhöhung des sympathischen Tonus, welche dafür verantwortlich sein könnte, dass sich die Interozeptionsgenauigkeit gegenüber kardialer Stimuli gleichzeitig erhöht. Die physiologischen Grundlagen von Interozeption sind die Übermittlung von viszeral-afferenten neuronalen Signalen, während die Wahrnehmung dieser Signale die Lenkung der Aufmerksamkeit auf diese Signale erfordert. Bisherige Ergebnisse gehen auf Leistungen in Herzschlagdetektionsaufgaben zurück. Obwohl diese Methoden mehrfach validiert wurden, sind sie wahrscheinlich ungeeignet dazu, die viszeral-afferente Signalübermittlung und Aufmerksamkeitslenkung auf diese Signale voneinander zu trennen. Daher hatte die vorliegende Studienreihe zum Ziel, den Einfluss von kurzzeitiger Nahrungsdeprivation auf Herzschlag-evozierte Potenziale (HEPs) in Ruhebedingung zu untersuchen. Die HEPs gelten als psychophysiologischer Indikator für die kortikale Verarbeitung kardial-interozeptiver Prozesse. Bislang ist unbekannt, ob metabolische und endokrinologische Prozesse HEPs modulieren können. In einer ersten Studie wurden 16 gesunden Männern (Alter: 23,8 [2,1] Jahre) intravenös sowohl das Stresshormon Cortisol, als auch eine Placebo-Substanz verabreicht. Es zeigte sich, dass Cortisol bei offenen Augen kurzfristig zu einer höheren HEP-Amplitude führte, als bei geschlossenen Augen (p = .03). Daraus kann man ableiten, dass endokrinologische Prozesse das Potenzial haben, die HEP-Amplitude zu modulieren. In der folgenden Studie wurden 16 gesunde Frauen (Alter: 22,6 [1,9] Jahre) sowohl nach standardisierter Nahrungsaufnahme, als auch nach 18-stündiger Nahrungsdeprivation getestet. Es zeigte sich eine Erhöhung der HEP-Amplitude nach Nahrungsdeprivation (p = .02). Gleichzeitig konnten keine Veränderungen der Herzrate, noch der Herzratenvariabilität beobachtet werden. Unsere Ergebnisse legen nahe, dass Nahrungsdeprivation die kortikale Verarbeitung afferenter Signale aus dem kardiovaskulären System intensiviert, was nicht durch eine höhere sympathische Aktivität erklärt werden kann. Mögliche physiologische Signalwege und Implikationen für die Ätiologie von Essstörungen werden diskutiert. [less ▲]

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