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Peer Reviewed
See detailWas wissen wir über die Osteitis pubis bei Sporttreibenden?
Kelm, Jens; Ludwig, Oliver; André, Jan et al

in Sportverletzung Sportschaden : Organ der Gesellschaft für Orthopadisch-Traumatologische Sportmedizin (2018)

Hintergrund Die Osteitis pubis ist eine häufige Ursache chronischer Leistenbeschwerden. Aufgrund hoher klinischer Unsicherheit sowie dem unterschiedlichen Verlauf der Erkrankung wird die Diagnose nicht ... [more ▼]

Hintergrund Die Osteitis pubis ist eine häufige Ursache chronischer Leistenbeschwerden. Aufgrund hoher klinischer Unsicherheit sowie dem unterschiedlichen Verlauf der Erkrankung wird die Diagnose nicht selten erst spät gestellt. Das Krankheitsbild betrifft insbesondere Sportlerinnen und Sportler, wobei auch Patienten aus den Bereichen Orthopädie, Traumatologie, Neurologie, Urologie, Gynäkologie sowie der Rheumatologie betroffen sein können. Therapeutisch kommen sowohl konservative als auch operative Verfahren zum Einsatz. Material und Methoden Systematische Literaturrecherche, deskriptive Darstellung der Studienlage und Interpretation der Ergebnisse im Sinne der evidenzbasierten Medizin. Ergebnisse Das wissenschaftliche Niveau der Studien über die Osteitis pubis ist, wie die Anzahl der in Studien inkludierten Sporttreibenden, insgesamt niedrig. Aufgrund der Heterogenität der Publikationen ist ihr statistischer Vergleich methodisch schwierig. Klinisch führendes Symptom der Osteitis pubis ist die schmerzhafte Symphysis pubica, wobei ein klassisches pathognomonisches Zeichen fehlt. Die Diagnose basiert nach Ausschluss zahlreicher Differentialdiagnosen (z. B. „Sportlerleiste“, FA-Impingement, Adduktorenläsion) auf der Zusammenschau von Anamnese, klinischer Untersuchung sowie bildgebender Verfahren. Die Osteitis pubis ist eine durch Sportkarenz oftmals selbstlimitierende Erkrankung, die initial konservativ behandelt wird. Bei frustranem Verlauf sind operative Verfahren, in Abhängigkeit der Begleitpathologien, in Betracht zu ziehen. Schlussfolgerung Es existieren bis dato keine Leitlinien hinsichtlich Diagnostik und Therapie der Osteitis pubis, allerdings ein Konsens darüber, dass der operativen Behandlung eine konservative vorangehen muss. Das Evidenzniveau der Studien ist niedrig. Eine metaanalytische Auswertung ist mit den derzeitig vorhandenen Publikationen nicht möglich. Die Anzahl der untersuchten Sporttreibenden ist in Relation zu den sozioökonomischen Folgen der Erkrankung, insbesondere im Profisport, niedrig. [less ▲]

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