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See detailEchternacher Memorialkultur im Hochmittelalter: Das Martyrolog-Nekrolog der Benediktinerabtei Echternach (BnF, lat. 10158). Edition, Kommentar und Analyse
Heirendt, Myriam UL

Doctoral thesis (2014)

Die beachtliche Tätigkeit des Echternacher Skriptoriums im 11. Jh. und die daraus hervorgegangenen kunsthistorisch bedeutenden Prachthandschriften machten Echternach berühmt. Die historisch nicht weniger ... [more ▼]

Die beachtliche Tätigkeit des Echternacher Skriptoriums im 11. Jh. und die daraus hervorgegangenen kunsthistorisch bedeutenden Prachthandschriften machten Echternach berühmt. Die historisch nicht weniger wertvollen Handschriften des 12. Jhs., wie die für den klostereigenen Gebetsdienst angelegten Nekrologien sind hingegen weitestgehend unbekannt. Anhand einer kritischen Edition des Echternacher Martyrolog-Nekrologs aus dem 12. Jahrhundert soll die vorliegende Arbeit eine Forschungslücke im Bereich der Echternacher Memorialtradition schließen und den Grundstein für weiterführende Studien zu der Memoria und der Selbstdarstellung der Willibrordabtei legen. Unterschiedliche methodische Ansätze erlauben es, die Echternacher Memorialtradition aus unterschiedlichen Blickwinkeln zu erfassen und darzustellen. Anhand der kodikologischen Untersuchung der Handschrift und der paläographischen und prosopographischen Analysen konnte der Anlagezeitpunkt der Handschrift und die Frage nach einer konventseigenen Vorlage beantwortet werden. Die engen Verbindungen zum Trierer Kloster Sankt Maximin, die sich nicht nur auf das Gebetsgedenken beschränken, werden neu beleuchtet. Die inhaltliche Verbindung zwischen Martyrolog und Nekrolog eröffnet zwei Interpretationsebenen: die Bedeutung des Gebetsgedenken für das Seelenheil der Verstorbenen und für die Beständigkeit des Reiches. Die Abtei Echternach baute sich ein dichtes Netzwerk an Gedenkbeziehungen auf, die nur vor dem Hintergrund der politisch-religiösen Entwicklungen zwischen dem 10. und dem 12. Jahrhundert verstanden werden können. Dieses Beziehungsgeflecht verdeutlicht das wachsende historische Selbstbildnis der Abtei: eine traditionsreiche Gemeinschaft verankert in der Frühzeit ihrer Gründung und im Reich. Das Bild einer etablierten Reichsabtei, die dem Herrscher treu verbunden ist, festigt sich in der Zeit zwischen dem 10. und dem 12. Jh., wo es seinen Niederschlag im Martyrolog-Nekrolog, dem schriftlichen Gedächtnis der Abtei findet. [less ▲]

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