References of "Bendheim, Amelie 50000721"
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See detailErloubet mir die selben vart. Episodisches Erzählen hoch zu Ross und in der Luft. Mittelalterliche und moderne Helden auf Aventiure-Fahrt
Bendheim, Amelie UL; Schuh, Dominik

in Sieber, Andrea; Müller, Carla (Eds.) âventiure/Abenteuer − Literarisches Lernen mit mittelalterlichen und modernen Medienverbünden (in press)

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See detailLiebe - Krankheit - Wahn: Lyrische Spielarten im Minnesang
Bendheim, Amelie UL

Speeches/Talks (2018)

„Die Liebe verwundet, die Liebe fesselt, die Liebe macht krank, die Liebe lässt schwach werden.“ Dieser ursprünglich theologisch geprägte Gedanke über die Gewalt der Liebe, lässt sich – auf seinen ... [more ▼]

„Die Liebe verwundet, die Liebe fesselt, die Liebe macht krank, die Liebe lässt schwach werden.“ Dieser ursprünglich theologisch geprägte Gedanke über die Gewalt der Liebe, lässt sich – auf seinen bildlichen Kern reduziert – in zahllosen Varianten in der Weltliteratur aufspüren. Eine besonders auffällige Form scheinen dabei jene Texte zu bieten, die Liebe nicht allein als Auslöser, sondern gar selbst als Krankheit darstellen – zumindest implizit, insofern der Zustand des Verliebtseins mit dem Zustand der Krankheit gleichgesetzt wird. Wohl bekannt sind die körperlichen Symptome dieses Liebeszustandes, die in ihrer klassischen Ausprägung im Erbleichen, Erröten, Zittern, in Sprachlähmung sowie im Bluten aus der Nase bestehen und im Mittelalter als minnesiech bezeichnet werden. Erscheint die Liebeskrankheit im Minnesang noch vornehmlich in metaphorischem Gebrauch (s. das gequälte Herz als Beispiel für den Schmerz der Minne), weisen spätere Wörterbucheinträge (vgl. hierzu die Lemmata ‚Liebesfieber’ oder ‚Jungfernkrankheit’) wiederum auf ein stärker körperlich-physiologisches und auch sexuell-erotisches Verständnis von Liebe hin. Krank macht die Minne nun vor allem – und dem mittelalterlichen medizinischen Duktus der Humoralpathologie folgend – dann, wenn das körperliche Begehren nicht befriedigt werden kann. Der hier skizzierte Vortrag will die Vorstellung von Krankheit in einem größeren semantischen Beziehungsgeflecht in den Blick nehmen, das sich in der mhd. Lyrik in bedeutender Weise hervortut: der Verbindung Liebe – Krankheit – Wahn. Der wân als zentrales Symptom der Minnekrankheit löst – so die hier zu erprobende These –den Geist vom versehrten Körper und definiert damit den Übergang von der körperlichen Krankheit(smetapher) zu einer seelischen Zustandsbeschreibung. Die sprachhistorische Herleitung von mhd. wân vermag diese Beobachtung weiter zu untermauern, insofern der Begriff ein zunächst wertneutrales, semantisch vielfältiges Bedeutungsspektrum impliziert, und sich mit ‚Hoffnung, Zuversicht oder Einbildungskraft’ ins Nhd. übertragen ließe. Im krankhaften Minne-wân öffnen sich Denkräume, denen der Minnesang eine literarische Ausgestaltung verleiht; Minne-wân führt damit nicht nur zu körperlicher Versehrtheit, sondern ist eben auch guoter wân, lieber wân, saelden wân – und damit einer der ersten ‚Testräume’ für die Erprobung gedanklicher Spielarten des lyrischen Ichs in der deutschen Dichtung überhaupt. [less ▲]

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Peer Reviewed
See detailIuwers zornes unmâze missevellet uns sêre. Legitimität von Maßlosigkeit im mittelalterlichen Erzählkosmos
Bendheim, Amelie UL

in Das Mittelalter (2018), 23(1), 11-28

Ausgehend von den Defiziten bestehender Ansätze zur Beschreibung des Helden in mittelalterlichen Erzählwelten, soll die Maßlosigkeit (unmâze) als neue literaturgeschichtliche Kategorie funktionalisiert ... [more ▼]

Ausgehend von den Defiziten bestehender Ansätze zur Beschreibung des Helden in mittelalterlichen Erzählwelten, soll die Maßlosigkeit (unmâze) als neue literaturgeschichtliche Kategorie funktionalisiert werden. Entgegen der konzeptuellen, binären Typisierung des Protagonisten als ‚Held’ bzw. ‚Ritter’ bildet sie ein flexibles Modell, das relational operiert und damit erlaubt, graduelle Unterscheidungen zwischen den Texten vorzunehmen. Am Beispiel heldenepischen (‚Nibelungenlied’) und romanhaften (‚Flore und Blanscheflur’, ‚Wigalois’) Erzählens im Mittelalter wird gezeigt, wie mit dem maßlosen Helden narrativ umgegangen wird. Dabei liegt der Fokus insbesondere auf der unterschiedlichen Bewertung seines Handelns: Kann sich der Held im Epos über soziale Normen und geltende Gesetze hinwegsetzen (Siegfried bei der Brautwerbung, Hagen mit dem Mord an Siegfried) ohne dafür bestraft zu werden, tritt die Maßlosigkeit im höfischen Roman stärker in den Bereich der Ratio: Sie wird dabei zum einen begrenzt und ‚bemessen’, zum anderen wird maßloses Handeln nun strikt sanktioniert und unterbunden. Unter Bezugnahme auf aktuelle Ausprägungen der Maßlosigkeit im gesellschaftspolitischen Kontext, tritt das Konzept der Maßlosigkeit als unverändert produktives Muster hervor. Seine gesellschaftliche Relevanz regt zu einer epochenübergreifenden literaturgeschichtlichen Inanspruchnahme an, die sich zum Ziel setzt, die Literaturgeschichte als Geschichte der Maßlosigkeit zu neu zu begreifen. [less ▲]

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See detailInterkulturelle Annäherung im Zeichen der Exogamie - Kommunikationsstrategien im König Rother
Bendheim, Amelie UL

Scientific Conference (2017, September)

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See detailEmployable Middle Ages - MediävistInnen auf dem Arbeitsmarkt von morgen?
Bendheim, Amelie UL

Scientific Conference (2017, September)

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See detailKarl der Große, Berthe mit dem fuoze und ein allzu triuwer Held. Mythisches Erzählen im Anfangsrahmen von Konrad Flecks "Flore und Blanscheflur" als Legitimation eines neuen Herrscherbildes
Bendheim, Amelie UL

in Zhu; Zhao; Szurawitzki (Eds.) Akten des XIII. Internationalen Germanistenkongresses Shanghai 2015. Germanistik zwischen Tradition und Innovation (2017)

Konrad Fleck konstruiert in seinem Liebes- und Abenteuerroman Flore und Blanscheflur einen Anfangsrahmen, der ein eindrückliches Beispiel für die spezifische Verschränkung von Mythos und Realität liefert ... [more ▼]

Konrad Fleck konstruiert in seinem Liebes- und Abenteuerroman Flore und Blanscheflur einen Anfangsrahmen, der ein eindrückliches Beispiel für die spezifische Verschränkung von Mythos und Realität liefert und so der Erzählung – bereits vor deren eigentlichem Beginn – eine besondere Prägung verleiht. Indem der mythische Raum sich einer absoluten, faktualen Rationalität entzieht und einer Zeitbetrachtung untersteht, die „der weitergehenden Erklärung weder fähig noch bedürftig ist“ (Cassirer), kommt ihm zugleich ein erweiterter Referenz- und Möglichkeitsraum zu, der auch die Einbettung fiktionaler Figuren in einen historischen Kontext zu- bzw. unproblematisch werden lässt. Die genealogische, pseudo-historische Anbindung des Helden an Karl den Großen motiviert die Erzählung in doppelter Ausrichtung, indem die fiktionale Geschichte um Flore legitimiert und gleichermaßen zur Ursprungserzählung der Karlsherrschaft stilisiert wird. Darüber hinausgehend nutzt Konrad den Bezug für die Konzeption eines Herrschertyps, der, im Umweg über die Muttergeneration (Berthe) und damit über die weibliche Abstammungslinie, bisher ausgeblendete Herrschertugenden, wie Empathie, Glaube und triuwe, einbezieht. Mit Flore treffen wir auf einen Helden, der ein – auch von den klassischen Karlsgeschichten – abweichendes Herrschaftsbild verkörpert, auf einen Helden der ‚großen Gefühle‘. Der Floreroman kann damit als anschauliches Exempel dafür betrachtet werden, wie mythische Denk- und Erzählformen für eine realhistorische, mittelalterliche Thematik, nämlich die Frage nach vorbildlicher Herrschaft und Herrschaftsidentität, in Anspruch genommen, wie Gegenwart mit Hilfe von mythischem Erzählen legitimiert und plausibilisiert werden kann. Der Vortrag nimmt hierbei insbesondere in den Blick, in wiefern der mythische Anfangsrahmen des untersuchten Textes den Hörer auf eine bestimmte Lesart einstimmt und seine Wahrnehmung der folgenden Erzählung zu prägen vermag. [less ▲]

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See detailGekreuzte Lebenswege, gebrochene Identitäten. Intersektionale Betrachtungen zu Konrad Flecks "Flore und Blanscheflur"
Bendheim, Amelie UL; Schuh, Dominik

in Böth, Mareike; Mecklenburg, Michael; Schul, Susanne (Eds.) Abenteuerliche ‚Überkreuzungen‘: Vormoderne intersektional (2017)

Liebeserzählungen – dies lässt sich zumindest für die Vormoderne deutlich sagen – benötigen stets eine Kategorie sozialer Ungleichheit: Geschlecht. Dies gilt auch für die Gattung des Minne- und ... [more ▼]

Liebeserzählungen – dies lässt sich zumindest für die Vormoderne deutlich sagen – benötigen stets eine Kategorie sozialer Ungleichheit: Geschlecht. Dies gilt auch für die Gattung des Minne- und Aventiurerromans, der Konrads Fleck Flore und Blanscheflur (Anf. 13. Jhdt.) zuzurechnen ist. Der Text spielt strukturell das kreisförmige Schema von Trennung und Wiedervereinigung durch und ruft zugleich auf semantischer Ebene vertraute Gegensatzpaare auf. Insofern die Trennung der Liebenden nicht allein als eine räumliche sondern auch als eine soziale inszeniert wird, geraten neben der Differenzkategorie ‚Geschlecht‘ auch die Kategorien ‚Religion/Kultur‘ und ‚Stand/Freiheit‘ in den Blick. Im Sinne einer Distanzierung der Protagonisten voneinander werden diese Kategorien mit Beginn der Erzählung relevant gesetzt und fortlaufend reproduziert. Die auf diese Weise einander gegenübergestellten Identitäten von Flore und Blanscheflur werden jedoch nachfolgend im Modus der Minne miteinander vereint, die als soziale Differenzen einebnende Macht auftritt. Steht im Kern unseres Ansatzes die Frage, wie den Protagonisten zugeschriebene Identitätsmarker als Minnehindernisse aufgehoben werden, so ist zunächst dezidiert zu untersuchen, welche Mittel der Text einsetzt, um die Ungleichheit der Liebenden überhaupt erst zu produzieren. Als wesentliche Grundlage der Zuschreibungsprozesse dient dabei augenscheinlich die Genealogie, wird doch die Ungleichheit der Liebenden nicht primär durch ihnen eigene Attribute und von ihnen geübte Praktiken produziert, sondern folgt vielmehr aus den Attributen und Praktiken ihrer jeweiligen Eltern. Dies lässt die Vorgeschichte (die Geschichte ihrer Herkunft) in den Fokus der Untersuchung treten, die die Identität der Protagonisten bereits vor deren Geburt, ihrem eigentlichen Erscheinen auf der Erzähloberfläche, sozial bestimmt. Zugleich werden mit diesem Ereignis, das als schicksalhaft deutlich erkennbar ist (Geburt der Liebenden zu gleicher Stunde, an gleichem Tag) die Ungleichheitskategorien um eine Gemeinsamkeit ergänzt und mithin unterlaufen, findet die nachfolgend dargestellte Sozialisation der Hauptfiguren doch zusammen und nahezu gleichförmig statt. Im hier skizzierten Beitrag sollen folglich zunächst die in der Erzählung wirksamen Kategorien der Ungleichheit anhand der Vorgeschichte, in der ihr Zusammenspiel sowie ihre Verschränkungen am Offensichtlichsten hervortreten, herausgearbeitet werden. Ergänzend wird die „Schachspielepisode“ herangezogen, die als zentrale Verhandlungsstelle der Männlichkeitskonzeption im Text von besonderer Relevanz ist. Auf der Grundlage der Analyse der intersektionalen Strukturen innerhalb des Konradschen Romans ist weiterführend zu untersuchen, wie durch die Darstellung der personalen Minnebeziehung der Protagonisten zugleich eine gesamtgesellschaftliche Thematik zur Diskussion gestellt wird, die ein spezifisches Konzept der Repräsentation und Legitimation von Herrschaft sowie die damit verbundene politisch-gesellschaftliche Identität prolongiert. [less ▲]

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See detailEmotionalisierungsstrategien im mittelalterlichen Erzählanfang
Bendheim, Amelie UL

Presentation (2016, June 23)

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See detailVon Luxemburg und Wolkenstein – Identitätskonstruktion im Umkreis der Luxemburger Dynastie
Bendheim, Amelie UL

in Wiegmann, Eva (Ed.) Interkulturelles Labor. Luxemburg im Spannungsfeld von Integration und Diversifikation (2016)

Unter dem Königsgeschlecht der Luxemburger befand sich das Herzogtum im späten Mittelalter nicht nur geographisch und machtpolitisch (als eine der drei Großdynastien), sondern auch kulturell im Herzen ... [more ▼]

Unter dem Königsgeschlecht der Luxemburger befand sich das Herzogtum im späten Mittelalter nicht nur geographisch und machtpolitisch (als eine der drei Großdynastien), sondern auch kulturell im Herzen Europas. Die sprachliche Pluralität des ausgedehnten Herrschaftsgebietes schlug sich entsprechend im vielfältigen Mäzenatentum der luxemburgischen Könige nieder. So pflegte Kaiser Sigismund von Luxemburg, der nicht zuletzt aufgrund seiner diplomatischen Bemühungen im Umfeld des Konstanzer Konzils europäische Geschichte geschrieben hat, einen intensiven Kontakt zum weitgereisten Oswald von Wolkenstein, einem der genialsten deutschen Minnesänger. Am Beispiel des Dichters und seines Gönners skizziert der Artikel jene – allzu oft als randständig betrachteten – sozialen wie kulturellen Prozesse, die das Königtum mitbestimmten und -beeinflussten. Dabei wird insbesondere die europäische Vernetzung von Identität und Fremdheitsvorstellung im Umfeld der luxemburgischen Herrscher näher beleuchtet. [less ▲]

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See detailRitter, Gürtel, Lanze und ein grîfliches Unbehagen – Narrative Verrätselung im Erzählanfang des "Wigalois" Wirnts von Grafenberg
Bendheim, Amelie UL

Speeches/Talks (2015)

Ein gelingender Prozess textlich initiierter Kommunikation erfordert sowohl das Generieren eines logisch-strukturierten Interesses oder objektiven Horizonts (aus gesellschaftlichen Konventionen ... [more ▼]

Ein gelingender Prozess textlich initiierter Kommunikation erfordert sowohl das Generieren eines logisch-strukturierten Interesses oder objektiven Horizonts (aus gesellschaftlichen Konventionen, Gattungsvorstellungen, literarischen Mustern und Normen) als auch ein subjektiv-affektiv gesteuertes Lustempfinden.1 Während der mhd. Textanfang, insbesondere durch die rhetorisch-theoretische Konzeption des Prologs, ersterem nachkommt, scheint er die emotional motivierte Lust am Text2 auf den ersten Blick generell vermissen zu lassen. Über den Nachweis des Rätselhaften, das Wirnt von Grafenberc als wesentliches Gestaltungsmittel in den Erzählanfang seines nachklassischen Romans „Wigalois“ inseriert, soll diesem Prädikt entgegengearbeitet werden. Als grîflich (greifbar) ungrîfliches (Unbegreifliches) wird das Rätselhafte in der Erscheinung des unbekannten Ritters präsent, der, mit Gürtel und Lanze ausstaffiert, an den Artushof, Königin Ginover entgegen- und damit in die vorgeschichtliche Welt des Romans hineinreitet. Die Fragwürdigkeit seines Auftretens deutet auf eine implizite, erotische Begehrensstruktur hin, die des Rätsels Lösung dabei zugleich zur Aufdeckung einer tiefer im höfischen System verwurzelten Problematik werden lässt. Gegen die Betrachtung des Gürtels als „blindes Motiv“ geht mit der Deutung seiner Unbestimmtheit ein Verständnisgewinn einher, der dem Rezipienten zudem einen Hinweis auf die Erzählstruktur liefert – noch bevor der Held selbst auf der Erzählfläche erscheint. Der hier skizzierte Vortrag wirft einen akribischen Blick in den textlichen Anfangsrahmen und eröffnet eine Perspektive auf den mhd. Erzählanfang, die sein spannungsgenerierendes Potenzial offenlegt. Anhand der Figur des rätselhaft bepackten Ritters, so die These, lässt sich verdeutlichen, dass mhd. Romane auf Muster der Spannungserzeugung zurückgreifen, die mitunter als anthropologisch konstante Erzählweisen verstanden werden können. [less ▲]

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