References of "Bendheim, Amelie 50000721"
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See detailVon Luxemburg und Wolkenstein – Identitätskonstruktion im Umkreis der Luxemburger Dynastie
Bendheim, Amelie UL

in Wiegmann, Eva (Ed.) Interkulturelles Labor. Luxemburg im Spannungsfeld von Integration und Diversifikation (2016)

Unter dem Königsgeschlecht der Luxemburger befand sich das Herzogtum im späten Mittelalter nicht nur geographisch und machtpolitisch (als eine der drei Großdynastien), sondern auch kulturell im Herzen ... [more ▼]

Unter dem Königsgeschlecht der Luxemburger befand sich das Herzogtum im späten Mittelalter nicht nur geographisch und machtpolitisch (als eine der drei Großdynastien), sondern auch kulturell im Herzen Europas. Die sprachliche Pluralität des ausgedehnten Herrschaftsgebietes schlug sich entsprechend im vielfältigen Mäzenatentum der luxemburgischen Könige nieder. So pflegte Kaiser Sigismund von Luxemburg, der nicht zuletzt aufgrund seiner diplomatischen Bemühungen im Umfeld des Konstanzer Konzils europäische Geschichte geschrieben hat, einen intensiven Kontakt zum weitgereisten Oswald von Wolkenstein, einem der genialsten deutschen Minnesänger. Am Beispiel des Dichters und seines Gönners skizziert der Artikel jene – allzu oft als randständig betrachteten – sozialen wie kulturellen Prozesse, die das Königtum mitbestimmten und -beeinflussten. Dabei wird insbesondere die europäische Vernetzung von Identität und Fremdheitsvorstellung im Umfeld der luxemburgischen Herrscher näher beleuchtet. [less ▲]

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See detailRitter, Gürtel, Lanze und ein grîfliches Unbehagen – Narrative Verrätselung im Erzählanfang des "Wigalois" Wirnts von Grafenberg
Bendheim, Amelie UL

Speeches/Talks (2015)

Ein gelingender Prozess textlich initiierter Kommunikation erfordert sowohl das Generieren eines logisch-strukturierten Interesses oder objektiven Horizonts (aus gesellschaftlichen Konventionen ... [more ▼]

Ein gelingender Prozess textlich initiierter Kommunikation erfordert sowohl das Generieren eines logisch-strukturierten Interesses oder objektiven Horizonts (aus gesellschaftlichen Konventionen, Gattungsvorstellungen, literarischen Mustern und Normen) als auch ein subjektiv-affektiv gesteuertes Lustempfinden.1 Während der mhd. Textanfang, insbesondere durch die rhetorisch-theoretische Konzeption des Prologs, ersterem nachkommt, scheint er die emotional motivierte Lust am Text2 auf den ersten Blick generell vermissen zu lassen. Über den Nachweis des Rätselhaften, das Wirnt von Grafenberc als wesentliches Gestaltungsmittel in den Erzählanfang seines nachklassischen Romans „Wigalois“ inseriert, soll diesem Prädikt entgegengearbeitet werden. Als grîflich (greifbar) ungrîfliches (Unbegreifliches) wird das Rätselhafte in der Erscheinung des unbekannten Ritters präsent, der, mit Gürtel und Lanze ausstaffiert, an den Artushof, Königin Ginover entgegen- und damit in die vorgeschichtliche Welt des Romans hineinreitet. Die Fragwürdigkeit seines Auftretens deutet auf eine implizite, erotische Begehrensstruktur hin, die des Rätsels Lösung dabei zugleich zur Aufdeckung einer tiefer im höfischen System verwurzelten Problematik werden lässt. Gegen die Betrachtung des Gürtels als „blindes Motiv“ geht mit der Deutung seiner Unbestimmtheit ein Verständnisgewinn einher, der dem Rezipienten zudem einen Hinweis auf die Erzählstruktur liefert – noch bevor der Held selbst auf der Erzählfläche erscheint. Der hier skizzierte Vortrag wirft einen akribischen Blick in den textlichen Anfangsrahmen und eröffnet eine Perspektive auf den mhd. Erzählanfang, die sein spannungsgenerierendes Potenzial offenlegt. Anhand der Figur des rätselhaft bepackten Ritters, so die These, lässt sich verdeutlichen, dass mhd. Romane auf Muster der Spannungserzeugung zurückgreifen, die mitunter als anthropologisch konstante Erzählweisen verstanden werden können. [less ▲]

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